Die Engländer liefern mittlerweile in ziemlich regelmäßigen Abständen interessante Genrefilme ab. Neben den äußerst gelungenen Werken von Neil Marshall ("Dog Soldiers") findet nun „Eden Lake“ unter dem Kommando von James Watkins seinen Weg zu uns.
Steve und Jenny wollen eigentlich nur ein romantisches Wochenende am idyllischen Eden Lake verbringen. Doch alles läuft anders als geplant. Nachdem eine Gruppe Jungendlicher am See aufgetaucht ist wird das Leben des Pärchens zur Hölle. Die Provokationen gegenüber dem Paar eskalieren noch weiter, als Steve aus Notwehr den Hund des Anführers tötet. Von nun an kennen die Kids keine Gnade mehr.
„Eden Lake“ kommt wie viele Filme der aktuellen Generation ziemlich krass und kompromisslos daher, fügt sich aber nicht dem angesagten Genre des Torture Porn. Vielmehr geht der Film in Richtung der 70er wie „TCM“ oder „Deliverance“. Das Interessante an Watkins Film ist dabei das Aufgreifen der gerade aktuellen Jugendgewalt. So bekommt der Film eine ungemütlich realistische Note. Die Schauspieler tun ihr übriges, um die Glaubwürdigkeit zu gewähren. Als Zuschauer hat man keinen Zweifel, dass so etwas nicht wirklich einmal geschehen könnte.
Leider tappt Regisseur Watkins aber etwas zu häufig in die Klischeefalle des regulären Horrorfilms. So wird die Dramatik durch einen Heiratsantrag erhöht, der vermeintliche Retter steckt in gewisser Weise mit den Peinigern unter einer Decke und die finale Zuflucht stellt sich auch als Falle heraus. Wer nun befürchtet, dass ich hier spoilere, der irrt, denn alles ist vom Zuschauer vorherzusehen. Trotzdem bleibt der Film spannend. Die Bilder sind gut montiert und die Schauplätze spiegeln die ausweglose Situation gut wieder und wie bereits erwähnt sind die Schauspieler wirklich passend gewählt und weit mehr als übliches US Kanonenfutter.
Gorehounds dürften aber enttäuscht werden. Zwar gibt es durchaus etwas Rot zu sehen, aber häufig wird bei Gewalttaten weggeblendet oder sie geschehen komplett im Off. Doch bei „Eden Lake“ ist dies genau das richtige Vorgehen, alles andere würde zu plakativ wirken und auch so gehen die Taten ziemlich unter die Haut.
Leider kann das Ende nicht halten, was der Rest des Films verspricht. Hier wird zu viel offen gelassen. Und der erhobene Zeigefinger, dass die Kinder auch nur so gut sein können wie ihre Eltern, möchte in Anbetracht der geschehenen Gräueltaten nicht wirklich passen.
Fazit: Gelungener Genrefilm, der die gerade aktuellen Missstände der Jugendgewalt anpackt. Leider lässt das Ende den Zuschauer etwas im Regen stehen. Dennoch sehenswert.