Zahn um Zahn, der erste Tatort fürs Kino, ist zugleich einer der besten deutschen Actionfilme geworden. Götz George alias Schimanski ist zwar nicht ganz die deutsche Antwort auf Chuck Norris, aber dennoch ein wortkarger Bulldozer, der erstmal auf die Fresse haut und dann fragt.
Zur Story: Kommisar Horst Schimanski soll den Mord an einer Familie aufklären, bei der alles auf einen Amoklauf des Familienvaters hindeutet. Doch Schimi glaubt nicht an diese Version und stattet dem ehemaligen Arbeitgeber des Opfers einen Besuch ab. Nachdem er sich unberechtigt Zutritt zu dessen Haus verschafft hat, den Hausherrn mehrfach beleidigt und dessen Telefon auseinandergenommen hat, wird Schimi suspendiert. Er gibt aber nicht auf und zusammen mit seiner mehr oder weniger Freundin Ulli reist er nach Marseilles und verfolgt dort eine heiße Spur.
Die Story ist leider für einen Tatort etwas einfallslos, und das Potential wird ein wenig verschenkt. Schimanski passt nicht wirklich nach Frankreich. Klar bringt das eine etwas unbekannte Seite in Schimi zum Vorschein, aber insgesamt wirkt er zu ungewohnt unsicher in dieser Umwelt. Das andere ist, dass man seinen Partner Tanner im Prinzip gegen eine Frau ausgetauscht hat, Tanner selbst hat nur wenige Szenen in dem Film. Ansonsten gibt es aber einen verhältnismäßig hohen Bodycount und Charles Brauer ist ein charismatischer Gegenspieler, der leider viel zu selten vorkommt.
Götz George, zur Zeit des Drehs etwa 48 Jahre, springt durch die Gegend als wäre er noch 20 und hat einen Körperbau wie Stallone in Rambo, nur etwas behaarter. Der Film lebt im Prinzip von seinem charismatischem Schauspiel und seine Darstellung des Rüpelbullen Schimanski ist heute noch so cool wie damals.
Fazit: Für Schimifans sowieso Pflicht, für alle die mal wieder einen coolen Actionstreifen aus Deutschland sehen wollen auf jeden Fall mal nen Blick wert.