Ein Mann bringt erst seine Familie und dann sich selbst um. Schimanski glaubt jedoch an Mord und sucht trotz Verbots auf eigene Faust Grassmann (Charles Brauer), den Chef des Toten, auf. Dieser hatte seinen Angestellten kurz zuvor entlassen. Wegen seiner Eigenmächtigkeit wird Schimanski vom Dienst suspendiert und ermittelt privat weiter. Zusammen mit einer befreundeten Journalistin (Renan Demirkan) entdeckt Schimanski in Marseille, daß hinter den Morden eine Gruppe ehemaliger Fremdenlegionäre steckt, was Grassmanns Angestellter herausgefunden hatte. Als Kopf der Bande entpuppt sich am Ende Grassmann selbst. Zuvor wird die Journalistin in eine tödliche Sprengfalle gelockt, und der Vater des toten Angestellten, selbst ehemaliges Mitglied der Fremdenlegionäre, erschießt Grassmann. Doch diesen Mörder läßt Schimanski entkommen.
Was macht man, wenn man mit Schimanski mal ins Kino will und einem partout kein guter Plot einfällt? Man klaut. Und da der Autor wohl kurz zuvor French Connection gesehen hat, klaut er halt da. Das Ergebnis? Schimanski Superstar: Als beamteter Bulle scheint die Figur Schimanski in zu engen Fesseln zu stecken, um einen Kinofilm daraus zu machen. Also wird Schimmi ein weiteres Mal vom Dienst suspendiert und tobt sich freischaffend aus. Thanner bleibt demzufolge pure Staffage in der völlig an den Haaren herbeigezogenen Story. Welche Rolle die Motorradgang zu Beginn des Films während der Räumung von besetzten Häusern spielt und warum dabei (von wem eigentlich?) freigiebig mit Sprengstoffexplosionen operiert wird, bleibt ebenso im Dunkel wie die Antwort auf die Fragen, warum Thanner Schimmi mit dem Auftragskiller alleinläßt, obwohl Schimanski eigentlich auf der Fahndungsliste steht; und warum Schimmi diesen Killer dann dessen Mörder wie auf dem Silbertablett präsentiert, ohne die Existenz dieses Rächers vorher zu kennen. Naja, warum sich über solche Details aufregen, wenn die ganze Story derartig abstrus ist, daß sie die Berichte, die Thanner und Schimmi sicherlich nach alter Polizeisitte am Ende anzufertigen haben, mit "Baron von Münchhausen" unterschreiben könnten – Hauptsache „Ökschn“ (Schwarzenegger).
Erwähnenswert ist das Aufgreifen eines Motivs aus dem ersten Schimanski-Tatort, wo Schimmi zu gerne mal nach Marseille möchte - diesen Wunsch haben ihm die Autoren nun endlich in Erfüllung gehen lassen.
„Zahn um Zahn" wurde als 200. Tatort zur Jubiläumssendung, ist aber eine Kinoproduktion der Bavaria und der Neue Constantin für den WDR. Die Erstaufführung fand 1985 im Kino statt, erst zwei Jahre später fand die Erstausstrahlung von „Zahn um Zahn“ im Fernsehen statt. Erstmals kam das Titellied („Faust auf Faust“) von Klaus Lage.
Der Film wurde nachträglich um ein paar Szenen gekürzt, in denen „Paroli“-Hustenbonbons zu sehen waren. Mit dem Hersteller hatte George einen Werbevertrag. Wenn man die Tatorte und auch andere Fernsehprodukltionen jener Jahre aufmerksam anschaut, wird man feststellen, daß die Schleichwerbung in „Zahn um Zahn“ beileibe keine Ausnahme war.
Schimanski-Tatort Sonderwertung: 5