Mit "Babysitter Wanted" erwartet den geneigten Horrorfan ein rundum solider Genrebeitrag um eine junge Studentin, die sich als Babysitterin auf einer abgelegenen Farm ein paar Mäuse dazuverdienen möchte. Wie nicht anders zu erwarten, entpuppt sich das idyllisch gelegene Domizil leider recht bald als Ort des Grauens. Nicht genug damit, dass ein Psychopath im Priestergewand ins Haus zu gelangen versucht. Auch mit dem zu hütenden kleinen Satansbraten und dessen Eltern scheint etwas nicht zu stimmen...
Inhaltlich bietet "Babysitter Wanted" damit schonmal klar mehr als vergleichbare Produktionen, die sich in der Regel auf einen der beiden Aspekte konzentrieren würden. Der große Vorteil dieses dualen Minisystems ist zweifelsohne, dass stets etwas los ist und niemals Langeweile aufkommt. Sogar der ein oder andere Aha-Effekt ist drin.
Nachteilig wirkt sich allerdings aus, dass das nicht unblutige Treiben durch seine inhaltlichen Brüche auch ein wenig irritiert und nicht immer wie aus einem Guss erscheinen mag. Ebenfalls soll nicht unerwähnt bleiben, dass sowohl Gore- als auch Spannungsmomente trotz aller inhaltlichen Vielfalt durchaus noch eine Portion Kreativität hätten vertragen können.
Fluch und Segen liegen bei "Babysitter Wanted" manchmal sehr nah beieinander. Positiv hervorzuheben ist in jedem Falle noch die techische Sparte des angenehm kurzweilig ausgefallenen Films. Hier haben die beiden noch recht unbeschriebenen Regisseursblätter Jonas Barnes und Michael Manasseri mit ihrem nüchternen, aber schicken Stil wirklich gute Arbeit geleistet.
Auch in schauspielerischer Hinsicht gibt es praktisch keinen Anlass zur Kritik. Erwähnenswert ist der Auftritt von "Bloodnight"-Regisseur Scott Spiegel neben Genrespezi Bill Moseley, unauffällig-solide-austauschbar wie so oft im Horrorgenre dagegen die weibliche Hauptrollenbgesetzung Sarah Thompson.
Fazit: "Babysitter Wanted" ist ein gelungenes, hartes wie spannendes Regiedebut und auch für nimmersatte Genrefreunde defintiv einen Blick wert. Die inhaltliche, viele Genrelemente vereinende Konzeption des Streifens dürfte jedoch bis zu einem gewissen Grad Geschmackssache bleiben.