Review

Anfang des 20. Jahrhunderts...
Der Barbier von Sibirien ist eine gewaltige Abholzmaschine eines fast wahnsinnigen Wissenschaftlers, der mitten in der Entwicklung unter Geldmangel leidet.
In Moskau Geld aufzutreiben, vom Zaren, für ein futuristisches Projekt scheint ein unmögliches Unterfangen für den kauzigen Dr.MacCracken und so engagiert er eine 'Schauspielerin', die sich der Sache annehmen soll. Diese soll seine Tochter darstellen, einen guten Eindruck hinterlassen bei wichtigen Offizieren, die Kontakt zum Zaren haben und somit das Geld auftreiben, um den Bau der Maschine zu vollenden.
Leider läuft alles nicht so wie geplant, die Dame trifft auf einen jungen russischen Offiziersanwärter, der sie in dieser Sache im warsten Sinne des Wortes 'aus der Rolle bringt'. Eine herzzerreissende Romanze beginnt, die aus geschäftlichen Gründen geheim bleiben muss, was der stolze Offiziersanwärter jedoch nicht versteht und somit bahnt sich eine Tragödie an, als es einen Rivalenkampf zwischen Offiziersanwärter und Vorgesetztem gibt.

Der Film ist monumental lang und genau diese annähernden 3h Laufzeit braucht er auch. Selbst bei einigen vorhandenen Längen möchte man nicht ausschalten, sondern einen wirklich guten Kostümfilm im alten Märchenrussland um die Jahrhundertwende geniessen.
Eine bezaubernde Julia Ormond als eine Art gesittete Prostituierte besticht im Zusammenspiel mit Oleg Menshikov ebenso überzeugend wie der schier wahnwitzige Richard Harris. Ein Film, dem es nicht an Abenteuer, Komik, Romantik und bitterem fehlt. Rundum ein sehr gelungener Film, wie er vielleicht von Cimino stammen könnte.
9/10

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