Bei französischen Komödien muss ich unweigerlich an Luis de Funes denken, bin ich doch mit dem verrückten Charme des kleinen Franzosen groß geworden. Und zumindest ein wenig davon findet sich auch in der Komödie
Bienvenue chez les Ch'tis. Alles ist ein wenig hektisch, die Mimik der Darsteller ist sehr stark betont und ein sprachliches Missverständnis jagt das nächste.
Der größte Unterschied zu den Funes-Komödien ist vielleicht in der gradlinigen Story zu sehen, denn in Bienvenue chez les Ch'tis darf man keine großen Wendungen erwarten. Das, was sich entwickelt, ist durchaus vorhersehbar. Dennoch wirkt der Film nie langweilig. Denn er ist mit sehr viel Liebe gedreht und was das Drehbuch vielleicht vermissen lässt, machen die tollen Darsteller locker wieder gut, sogar sehr gut.
In der Regel schaue ich mir Filme im Original an, aber bei französischen Filmen kapituliere ich freiwillig. Deshalb kann ich nicht beurteilen, wie komisch der Film tatsächlich ist, aber auch in der deutschen Fassung habe ich mich toll unterhalten gefühlt. Was mir besonders gefiel war Christoph Maria Herbst, der Dany Boon seine Stimme geliehen hat. Aber auch die anderen deutschen Sprecher machen ihre Sache sehr gut, sodass die Figuren auch in der Synchro trotz aller Verrücktheiten glaubhaft wirken.
Fazit: Schön ist, dass der Film nicht im Blödelhumor versinkt und handwerklich sehr gut umgesetzt ist. Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und hervorragend gespielt. Neben dem Zwerchfell wird zumindest zum Ende hin auch die Tränendrüse bedient, sodass Bienvenue chez les Ch'tis eine tolle Komödie ist, die einfach Spaß macht. Ich freu' mich drauf, den Film ein zweites Mal zu sehen.
7,5/10