Review

„Babylon 5 - A Call To Arms“ ist der letzte der „Babylon 5“ – Fernsehfilme und gleichzeitig ein würdiger Abschluss der epischen Science-Fiction-Saga.

Zeitlich angesiedelt am 5. Jubiläumstag der Interstellaren Allianz unter der Führung von Präsident John Sheridan, spielt der Film zwischen dem eigentlichen Serienschluss „Objects at Rest“ und der melancholischen, viel gelobten Endfolge „Sleeping in Light“ und greift auf spannende Weise die seit langem wie ein Damokles-Schwert über dem B5-Universum hängende Thematik der Bedrohung durch ehemalige Verbündete und Diener der längst entschwundenen Schatten ultimativ auf. Über drei-viertel seiner Länge erzählt der Film mal ruhig, mal actionreich, meist mythisch und in bedrohlicher Stimmung, wieder einmal an die von J.M. Straczynski gerne aufgegriffene „Herr der Ringe“ -Mythologie angelehnt, eine abenteuerlich anmutende Geschichte über die Zusammenführung einiger Gefährten, die die bevorstehende Katastrophe abwenden könnten. Hier gibt es ein Widersehen mit alten Charakteren ( John Sheridan, Michael Garibaldi, Cpt. Liz Lochley und Zack Allen ), aber auch einige neue Charaktere werden blendend vorgestellt, so z.B. die Diebin Dureena Nafeel, der Techno-Magier Galen und der Erdallianz-Offizier Cpt. Anderson ( glänzend gespielt von Tony Todd [ „The Rock“ ] ), wir sehen bekannte Orte wie die Erde und natürlich die Raumstation Babylon 5, aber auch neue Welten werden gezeigt, wir erleben Träume, Visionen, Realität der Protagonisten und die bereits lange schwelende Gefahr eines zu hohen Preises für einen vergangenen Sieg, den Sieg im Schattenkrieg.
Die bereits in der 4. Staffel der Serie vorgestellten und in Season 5 etablierten Drakh, ehemalige Diener der besiegten Schatten und heimatlos seit der Zerstörung von Z’Ha’Dum, lange im Verborgenen arbeitend, planen einen vernichtenden Schlag gegen die Menschheit, gegen die Erde, unter Zuhilfenahme der letzten Planetenvernichtungswaffe der Schatten, der einzigen in der Galaxis verbliebenen Todeswolke...
Nach der vorangegangen mythischen Erzählung mündet der Film im letzten Viertel noch ein letztes mal in eine apokalyptische Raumschlacht, in der die Streitkräfte der Allianz der Drakh-Flotte im Erdorbit entgegentreten.
Beeindruckend und doch B5-typisch ist das ( fast, siehe unten ) unerwartete Ende, bei dem die Zerstörung der Erde verhindert werden kann, nicht aber ihre Verseuchung durch eine biologisch-chemische Waffe. So zahlt also auch die Menschheit wie zuvor die Centauri, die Narn, die Minbari usw., ihren Preis für den Sieg im Schattenkrieg und ihre vorherige Rolle im galaktischen Mächtespiel.

Zum Film selbst: Gut geschrieben von JMS persönlich, wie üblich toll in Szene gesetzt von Mike Vejar, auch die Darsteller überzeugen durchweg.
Einzig problematisch finde ich die kaum hörenswerte Musik von Evan H. Chen ( auch Soundtrack-Komponist von „Crusade“, siehe unten ), die die Klasse der Christopher-Franke-B5-Vertonung größtenteils vermissen lässt; na ja, schade.

Alles in allem ist „A Call to Arms“ also ein würdiger und grandioser, epischer Abschluss der besten SciFi-Saga (vgl. meine Kritik von „Babylon 5 [TV-Serie]“ ).


Anmerkung zur Information: „A Call to Arms“ ist eigentlich auch eine pseudo-pilotfilmartige Überleitung zur konzipierten und damals in Aussicht gestellten Nachfolge- bzw. Spin-Off – Serie „Crusade“, die die Thematik um die Verseuchung der Erde und den Drakh-Konflikt weiter vertiefen sollte. Dazu kam es aufgrund elementarer Differenzen zwischen Machern ( JMS und Copeland ) und Geldgebern ( Warner-Tochter TNT ) leider nicht, die Serie, die eine neue Crew inklusive den bereits hier vorgestellten Charakteren Dureena und Galen sowie der ebenfalls hier gezeigten „Excalibur“ etablieren sollte, wurde bereits vor der Ausstrahlung nach 13 produzierten Episoden gekippt. Ich verweise hier auf meine umfassenderen Ausführungen in meinem Rewiev zu „Babylon 5 – Crusade“.

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