"Was tun, wenns brennt?" ist mal wieder eine dieser Pseudo-Anarcho-Komödien, die es gerade mal wert sind, dass man sie sich ein- oder zweimal anguckt. Was Regisseur Gregor Schnitzler (Soloalbum) hier zusammengeschnitzelt hat, ist zwar ordentlich in Szene gesetzt worden, strotzt aber nur so vor Logiklöchern.
Vor 13 Jahren tummelten sich Tim (Til Schweiger), Hotte (Martin Feifel) und das andere Hausbesetzer-Gesocks in der Berliner linken Szene und besetzten ein Haus (was denn auch sonst). Seitdem hat sich allerdings viel geändert: Nur Tim und Hotte hausen noch in der versifften Bruchbude; die anderen setzten Bälger in die Welt, wurden Leiter einer Werbeagentur oder gar Staatsanwalt. Erst eine Explosion bringt die Gruppe wieder zusammen: Ein längst vergessener, 1987 in einer Villa im Grunewald deponierter Sprengsatz geht unerwartet hoch. Tim und den anderen bleibt keine Wahl: Sie müssen in die Polizeikaserne einbrechen (sicher, sicher... ist ja n Kinderspiel), um das Beweismaterial zu stehlen. Doch als das nicht klappen will, muss ein zweites Bömbchen her, um die Beweise zu vernichten...
Til Schweiger (King Arthur) guckt auch hier ausdruckslos drein wie Bernd das Brot. Außer Sebastian Blomberg (Anatomie) kann auch der Rest der Gruppe nix reißen. Klaus Löwitsch (Feindliche Übernahme - althan.com) spielt routiniert den Hausbesetzer-Jäger.
Der Film wurde gut in Szene gesetzt und auch die Schauspieler passen teilweise in das Szenario hinein, doch all das hilft nix, wenn die Story fürn Arsch ist. Die Grundidee mag noch ansatzweise interessant sein, aber an der Umsetzung hats mal wieder gescheitert. Da hockt Krüppel-Kumpel Hotte mit dem Bömbchen in der Aservatenkammer und der Rest marschiert mal eben so in einer Polizeikaserne, um ihn zu retten. War die Idee mit dem TV-Team nocht gut, so ist das zweite Eindringen in die Kammer von vorne bis hinten unlogisch. Wenns so leicht ist, da rein zu kommen, warum hat man es denn nicht gleich so gemacht? Der Ausbruch gestaltet sich dann ebenso lächerlich.
"Was tun, wenns brennt?" ist eine langweilige Pseudo-Anarcho-Komödie, wo man bei der Umsetzung fast alles falsch gemacht hat, wie das bei vielen anderen Film auch ist. Lediglich ein paar ordentliche Darsteller und die von der Kamera eingefangenen Szenen machen den Film noch einigermaßen unterhaltsam.