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Sie will einen Brief schreiben, während er sein Herz in einer Videobotschaft ausschüttet. Beide haben sich entschieden, aber waren es wirklich sie beide, die eine Entscheidung getroffen haben? "zweimalzwei" erzählt von zwei Menschen und einer Entscheidung, aber auch davon, dass es nicht nur diese zwei sind - dass jeder es sein könnte - und dass Entscheidungen immer für eine Überraschung gut sind.

Zwei mal zwei ist ein irgendwie verwirrender 7-minütiger Kurzfilm. Wir sehen zwei Protagonisten, die mehr oder weniger ausgeprägt Abschiedsbotschaften verfassen. Er nimmt seiner Laura eine Videobotschaft auf, sie schreibt ihrem Erik einen Gefühlsbrief. Als Zuschauer denkt man jetzt, alles klar, die beiden sind ein Paar bei dem es kriselt. Allerdings begenen sich die beiden sogar im Hausgang und aufgrund der Tatsache das sich beide nicht erkennen, sind die Botschaften offensichtlich für jemand anderes bestimmt.
Zwischendurch wird dann eine wohl tote Frau eingeblendet, die bei einem Frontalzusammenstoß mit einem Auto den Kürzeren zog, sowie ein wohl ebenfalls toter Mann, der regungslos auf seinem Sofa liegt, während man auf dem Sofatisch eine Menge an Alkoholflaschen und einen überquellenden Aschenbecher sieht, so daß die Vermutung naheliegt, das diese Menschen eigentlich die jeweiligen Partner der Botschaftengeber sind. Tja, da waren die ganzen Botschaften am Ende ziemlich überflüssig, aber auch der Film hat somit keine rechte Pointe oder Moral, sondern ist eigentlich nur eine Momentaufnahme zweier Paare mit unglücklichem Ausgang.
Verwirrend ist das ganze deshalb weil die Credits beim Abspann eigentlich nicht zum Film passen. Die beiden Verstorbenen werden auch so kreditiert, so daß der Zuschauer sicher sein kann, das diese auch wirklich tot sind, denn die Gesichter der beiden werden nie gezeigt. Dafür wird er als Erik und sie als Laura kreditiert so daß letztendlich die Botschaften doch füreinander bestimmt waren, was laut Story ja gar nicht sein kann. Beide kennen sich offensichtlich nicht mal vom Sehen, dazu spricht er in seinem Video von einer mehrjährigen Beziehung in derselben Wohnung, aber sie hat nicht mal einen Haustürschlüssel, da hat wohl jemand beim Erstellen des Abspanns entweder mächtig gepennt, oder wollte gewollt Verwirrung stiften, so richtig Sinn machen aber beide Interpretationen nicht.
So hinterläßt zweimalzwei eine doch eher zwiespältigen Eindruck. Die Darsteller wirken zwar recht sympathisch, aber es fehlt einfach so etwas wie eine Aussage die dieser Short einfach nicht hat und die für Werke dieser Laufzeit eigentlich notwendig sind. Nicht wirklich gelungen dieser Kurzfilm.
4/10

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