Review

Ein weiterer fast vergessener Mutationshorror aus den daran reichen 80ern ist der schön schmoddrige „Rejuvenator“, der über den großen Teich rüber noch „Rejuvenatrix“ hieß, aber das macht den Kohl auch nicht fetter.
Wer die effektlastige VHS aufstöbert, kann sich freuen, es gibt schlimmere Dinge, die man zurückspulen musste als diese Schweißarbeit aus Motiven der „Wespenfrau“ (Verjüngungsserum geht horribel schief) und „Sunset Boulevard“ (alternde Diva mit devotem Diener übt Psychodruck aus).

Brian Thomas Jones‘ Film dreht sich um eine alternde Filmdiva, die viel Geld in einen Mediziner investiert, damit der sie wieder jung, schön und hauptrollenkompatibel machen soll. Der arme Dr.Ashton arbeitet zwar hingebungsvoll an einem Serum, welches er aus irgendwelchen Ecken menschlicher Gehirne gewinnt, ist aber dennoch ein Fan von ausgiebigen Testreihen, welche er mit Ratten durchführt. Soviel Zeit hat Diva Ruth Warren aber nicht mehr und macht sich per Zwang zum Versuchskarnickel, was erst hinhaut – sie gibt sich als Ruth viel jüngere Schwester aus – und dann ganz schrecklich schief geht, als das Serum dann in die Mutationsschublade greift.

Das alte Problem ist hier bei nur 84 Minuten wieder, dass man für wenig Plot hier sehr viele Worte benötigt, eine Drohkulisse aufbaut, diese dann aber nur bedingt auf die Spitze treibt. Das Gefummel und Gepimmel rund um das Serum, für das die Leichen stapelweise herangeschafft werden, um dann von lebendigen Gehirnen abgelöst zu werden, scheint niemals zu enden und erst im Schlussdrittel, als die begabten FX-Techniker mit ihren Monstermasken übernehmen, kommt etwas mehr Leben in die Bude.

Insofern ist der Film besser getrickst als viele andere Schnellschüsse, hat ein gutes Set Design und reichlich Atmosphäre, aber keinen besonders erwähnenswerten Plot, denn der wiederholt immer das gleiche Muster, bei dem die gute Ruth nach erfolgter Behandlung erst mal Kette raucht, Ausgehen will und dann irgendwen flach legt, um sich anschließend in ein dürres Matschmonster zu verwandeln.
Ein paar bessere Darsteller und ein flottere Umsetzung hätten dem Ganzen gut getan, erträglich ist dieser von Gordon und Yuzna beeinflusste Mischmasch, der am Ende mit der roten Soße richtig Gas gibt, aber allemal. (4/10)

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