Launiges Abenteuer in der Tradition von Die 12 Stühle oder Eine total, total verrückte Welt, dass allerdings ohne Witz oder Temperament inszeniert wurde und eher als klamaukhaftes Lustspiel ausfällt. Die angepeilte Komik greift dabei auf ausgelutschte Gags und etwas Groteskereien zurück, findet dabei allerdings nie ein zündendes Maß und nervt stattdessen ziemlich schnell. Die Synchronisation arbeitet noch nach allen Kräften dagegen; es ist schon traurig, eine Pointe nach der anderen ins Leere gesetzt zu bekommen. Zumal allein der Prolog das drohende Unheil andeutet und es sich danach eher verschlechtert.
Das Setting Italowestern ist dabei beliebig austauschbar und wird noch nicht einmal grossartig für Parodien film- und genrehistorischer Konventionen genutzt, sondern
weitestgehend durch ein absurdes Konglomerat an ausländischen Einwirkungen ausgehoben.
In der ersten Szene marschiert ein Regiment österreichischer Pickelhauben mit einem Schulz an der Spitze durch die Landschaft, wobei der stramme Charakter selbst beim Trinken und Wasserlassen durchscheint: Man vollzieht alles synchron im Gleichschritt und Glied mit seinen soldatischen Kollegen. Selbst die fünf Minuten Pause wird sich nicht einmal gerührt, nur als vor ihren Augen die Kutsche von Halleluja [ George Hilton ] geklaut wird, kommt etwas Unruhe unter die Mannen von Kaiser Maximilian Ferdinand Joseph von Mexico.
Dieser wurde zwar am 19. Juni 1867 nach seiner Entmachtung standrechtlich erschossen und der Film spielt laut Aussagen ein Jahr später, aber historische Genauigkeit oder etwaiges Vorkommen von Realismus steht hierbei sicherlich nicht an erster Stelle; wird des Weiteren auch noch öfters gebrochen. Da entschwindet die Raum-Zeit-Orientierung schon mal, so hantiert der Held mit einer etwas zu modernen Schreibmaschine und packt später auch noch die Golfschläger aus, aber daran stört sich dann keiner mehr. Geistige Tätigkeiten werden hier eh höchstens nur unbewusst aktiviert.
Die eigentliche Geschichte um die Jagd nach einem begehrten Gut beginnt kurz darauf; diesmal hält eine aztekische Götzenfigur als McGuffin her, die von den Pueblo – Indianern wegen ihrer Fruchtbarkeit vergöttert wird. Mehrere Parteien mit unterschiedlichen Motiven sind hinter der Indiofigur hinterher oder werden auf der beschwerlichen Reise durch mehrere Hände ins Geschehen hineingezogen; der Film erzählt wie üblich in einer episodischen Revue von den verschiedenen Begebenheiten. Halleluja fungiert dabei als Zentralperspektive und Mann mit Überblick, der dann am turbulenten Aufeinandertreffen am Ende irgendwie als Einziger Nutzen aus dem Spektakel gezogen hat.
Alle Verzweigungen und Figuren wiederzugeben würde dem Film mehr Einfälle attestieren als tatsächlich vorhanden sind; es passiert durchaus genug in der kurzen Zeit und die potentiellen Situation für Action und Komik werden auch geschaffen, aber nie in geeigneter Weise umgesetzt.
Die Einbeziehung eines mexikanischen Rebellengenerals namens Ramirez [ Roberto Camardiel ], dem schottischen Diebespärchen Archie und Fleurette [ Lincoln Tate, Agat Flori ], des New Yorker Kapitalisten Ferguson [ Umberto D'Orsi ] und der christlichen Brüder Kain und Abel dient nämlich nur dazu, die dröge Geschichte unnötig zu strecken; die Substanz des Skripts ergibt sich quasi aus der Addition jeweils einer neuen Figur. Davon tauchen auch wenige mehr passiv als aktiv durchgängig auf, die meisten werden allerdings nur kurz für Füllmaterial oder als Alibi für eine Locationverlagerung genutzt.
Die Konstruktion des gefühlt überlangen Filmes besteht dann auch allein aus lieblosen Mechanismen, die dazu noch ohne Originalität bedient werden. Das biedere Handwerk von Regisseur Carnimeo zündet ebenso wenig wie die schlechten Running Gags; der Film sieht von Sekunde 1 an billig und hingeschludert aus.
Seine vorherigen Sartana - Noch warm und schon Sand drauf und Ein Halleluja für Camposanto hatten nicht unbedingt mehr zu erzählen, aber taten das zumindest zeitweilig mit mehr Esprit und Timing. Hierbei werden bloss schwache Prügelszenen zu einem alles kommentierenden Papagei geschnitten; klassischer Slapstick sieht anders aus. Und ein gelungener Film auch.