Machen wir es kurz und schmerzlos: einen Film wie „Vorbilder?!“ mißt man nicht an seinem filmhistorischen Gehalt, sondern einzig und allein an der Menge der verabreichten (und auch passenden) Lacher.
Die Story von den zwei Kerlen, einer krisengeschüttelt und unzufrieden, der andere intellektuell überschaubar und leicht grobschlächtig, die statt 30 Tagen Gefängnis 150 Stunden gemeinnützige Arbeit als freundschaftlicher Begleiter spezieller Kids verurteilt werden, ist das alte Vehikel von der offenbarenden Läuterung, sich für jemand anderen einzusetzen, ihn zu akzeptieren und Spaß am Leben wiederzufinden.
Vehikel paßt vor allem für Paul Rudd, der sich bisher hauptsächlich durch fleißige Nebenrollenarbeit in Apatow-Produktionen und auf Ferrell-Gebiet hervorgetan hat und als „Straight Man“ hier eher dem sarkastischen Kommentar zu dem verqueren Geschehen fungiert (was das Drehbuch mit zahlreichen Verweisen auf den ähnlich gelagerten, aber nicht ganz so sympathischen Ben Affleck honoriert), während der ewige Sex-and-Alcohol-Trottel Seann William Scott erneut für die grob geschnittene Comedy sorgen soll.
Beiden wird hier ein sperriges Kind bzw. ein Teenager zugeteilt, die natürlich den Einstellungen der beiden zuwider laufen: während Scott sich mit rabiaten kleinen Farbigen mit großer Schnauze konfrontiert sieht, erhält Rudd einen live-fantasyrollenspielfanatischen Teenager, der damit hadert, daß die Welt (bzw. seine Eltern) sein Verlangen nach Ausleben seiner Phantasien nicht teilen.
Komik entsteht so natürlich nur durch die Gegensätze, Rudds Danny ist widerwillig ob der abstrusen Albereien und Scotts Wheeler findet sich einem Gegner gegenüber, der praktisch noch schlimmer ist als er selbst.
Natürlich gibt das das übliche Potential an möglichen Crashs, die so ziemlich allen Zielgruppen gefallen: für Familien ist „Role Models“ harmlos genug, um durch alle Altersgruppen geguckt zu werden, für die Männer gibt’s ein paar Brüste und Alkohol und der steife Paul Rudd produziert ausreichend Konflikt mit seiner unwilligen Steifheit.
Selbstverfreilich haben beide nach anfänglichen Schwierigkeiten kleine Erfolge und ebenso natürlich enttäuschen sie ihre Schützlinge, um sich in einem groß angelegten Akt der Selbstaufgabe dann am Ende zu rehabilitieren.
Damit wird überdeutlich: das ist weder neu noch originell, aber, und das zur Verteidigung, es ist weder geschmacklos noch überplatt und tatsächlich über weite Strecken irgendwie ganz lustig. Die verbalen Gags sitzen meistens ganz ordentlich und man vermeidet überflüssige Gefühlsduselei.
Höhepunkt des Geschehens ist sicherlich – und das ist aus diesem netten, aber mittelmäßigen Stoff hervorzuheben – das große Finale, das während er gestellten Fantasyschlacht in einem Park stattfindet, in der die vier Protagonisten notgedrungen ein neues Phantasieland erfinden, das den Bandmitgliedern der Gruppe „Kiss“ nachempfunden ist (auch namentlich), um dann den fiesen König samt seiner Armee auszuschalten, weil man endlich Spaß an der Sache und am Leben gefunden hat. Das ist dann erfolgreich albern und so rund und flott runtergespielt, das man es mal nicht am Anfang schon absehen konnte.
Wer also mit Halbwüchsigen ins Kino will/muß oder einfach mal einen Kinoabend „light“ erleben will, der auch die Freundin nicht brüskiert, hat hier durchaus seinen kurzweiligen Spaß – wenn der Film nicht in der üblichen Schwemme von Produktionen untergeht. (6,5/10)