Review

„Weil es dich gibt“ erfindet das Genre der Romantic Comedy zwar nicht neu, gibt aber einen durchaus amüsanten Vertreter ab.
Jonathan (John Cusack) trifft eine fremde Frau (Kate Beckinsale) bei Bloomingdale’s und verliebt sich sofort in sie – obwohl beide in einer Beziehung stecken. Zudem will sie ihm auch ihren Namen nicht verraten, wohl aber, dass sie an Serendipity glaubt, was soviel wie Fügung des Schicksals oder glücklicher Zufall bedeutet. Damit wäre die Bedeutung des Originaltitels geklärt, aber Schicksal stellt auch im weiteren Verlauf das Thema da, denn sie glaubt daran, dass man die Zeichen des Schicksals deuten müsse, um zum Glück zu finden.
Sie verrät ihm beim Gehen noch ihren Namen – Sara. Doch kurz darauf treffen sich die beiden wieder und verbringen einen netten Abend – schließlich scheint das Schicksal sie wieder zusammengeführt zu haben. Doch beim Austausch der Adressen wird der Zettel weggeweht und Jonathan kann Sara nur noch überzeugen, dass sie ihre Adressen auf Wanderschaft schicken (er auf einem Fünfdollarschein, sie in einem Buch) und das Schicksal sie ihnen wieder zukommen lassen wird (falls vom Schicksal gewünscht). Klingt alles komplizierter als es ist, macht aber Laune, denn dieses Spielchen wird noch von einigem witzigen Intermezzos begleitet (z.B. im Fahrstuhl).

Sieben Jahre später: Jonathan und Sara haben die Botschaften nicht bekommen, leben in verschiedenen Städten und jeder steht kurz vor der Hochzeit. Aber beide überkommt ein seltsames Gefühl den anderen noch mal sehen zu müssen, um sich über ihre Gefühle klar zu werden. Sie kennen zwar noch nicht mal den Nachnamen des anderen, aber zumindest Jonathan startet eine ehrgeizige Suche…
Die Story von „Weil es dich gibt“ ist vielleicht nicht das allerneueste und bedient sich geringfügig bei Filmen wie „Schlaflos in Seattle“, aber große Langeweile stellt sich nicht ein. Der Schicksalsgedanke wird zwar hin und wieder zu sehr ausgewalzt (vor allem wenn sich Jonathan und Sara im späteren Filmverlauf immer nur um Haaresbreite verpassen), aber dank der kurzen und knackigen Lauflängen von etwas weniger als 90 Minuten nervt dieser Aspekt nur geringfügig. Auf Innovationen muss man zwar verzichten und das Ende ist absehbar, aber gutes Genrekino kann man auf dieser Basis ja trotzdem machen – und das tut „Weil es dich gibt“ auch.
Dies liegt zum einen an der lockeren, humorvollen Art. Für Gags ist gesorgt, die dem Film die nötige Spritzigkeit geben und immer wieder zum Lachen anregen. Hier dürfen natürlich süffisante Sprüche von Jonathan nicht fehlen (das zentrale Feature nahezu jeder Figur John Cusacks) und diverse auf witzig getrimmte Nebenfiguren tun ihr übriges, wie der nervig-liebenswerte Verkäufer bei Bloomingdale’s (Eugene Levy) oder Saras Verlobter Lars (John Corbett), der ein Star im Bereich seltsamer Esoterik-Mucke ist.

Doch während die Gags vor allem der Auflockerung dienen, so hat der Film vor einen großen Pluspunkt: Er hat Herz. Sicherlich ist die Geschichte von der ganz großen Liebe, die alle Widrigkeiten überwindet, total unrealistisch und idealistisch, aber „Weil es dich gibt“ verpackt das Ganze so herzig, dass man fast dran glauben könnte. Dankbar sieht man, dass das Ende wirklich romantisch ist und die Klippe des Kitsches umschifft. Doch vor allem die Nachrufszene geht wirklich zu Herzen.
John Cusack ist in seiner gewohnten Rolle als Durchschnittstyp im Kampf mit dem Schicksal mal wieder grandios, aber auch Kate Beckinsale überzeugt nicht nur mit Aussehen, sondern auch mit Schauspielkunst. Die Nebendarsteller lassen sich nicht die Butter vom Brot nehmen und bieten mit Molly Shannon, John Corbett, Eugene Levy und Bridget Moynahan talentierte wie bekannte Gesichter. Doch das Highlight dieses Films ist sicherlich Jeremy Piven als Jonathans bester Kumpel, der ähnlich wie Cusack eine nahezu perfekte Identifikationsfigur abgibt und mit viel Herz den Durchschnittstypen gibt.

Sicherlich ist die Story nicht neu und das Ende vorhersehbar, aber dank der guten Darsteller, der netten Gags und der gefühlvollen Art kann man sich mit „Weil es dich gibt“ auf fast 90 Minuten sehr unterhaltsame Romantic Comedy einlassen.

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