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Zur Abwechslung mal eine Mainstream-Romanze zum Dahinschmelzen: Zwei Menschen treffen sich beim Einkaufsbummel, verlieben sich binnen weniger Minuten ineinander, sind aber unglücklicherweise in festen Händen. Die nächsten Jahre verbringen beide mit der unablässigen Suche nacheinander, doch die Hochzeit steht jeweils kurz bevor...

Es ist schon eine Kunst für sich, einem derart hinkonstruierten und inhaltlich plattem Film wie „Serendipity“ eine solche Sogwirkung zu verleihen. Obwohl nie in Frage steht, dass die beiden Seelen sich finden und miteinander glücklich werden, bleibt man als Zuschauer immer gespannt bei der Sache und zittert mit beiden Protagonisten gleichermaßen mit, dass es endlich klappen möge.

Natürlich erinnert die Verbindung von Liebe und Schicksal in der Art und Weise stark an den modernen Genreklassiker „Schlaflos in Seattle“, doch im Gegensatz zum Vorbild gibt es hier kaum schnulzige Tränenszenen und kitschigen Herzschmerz, sondern Heiterkeit, wohin man schaut. Der Frohsinn tropft aus allen Löchern, sodass die wenigen Konfliktherde (was passiert denn eigtl. mit den jeweiligen vorgesehenen Ehepartnern) gar nicht erst weiter behandelt werden.

Bei derart guter Laune ist letzten Endes auch egal, dass die Geschichte so was von unrealistisch ist, dass man normalerweise aus der Haut fahren müsste. Solche Zufälle, wie sie hier passieren, gehören eigentlich ins Fantasy-Genre, aber komischerweise wirkt „Weil es dich gibt“ auch noch lebensnaher als manch andere Romanze, weil man im ganzen Trubel die Logik völlig vergisst.

Kate Beckinsale ist zudem für die männlichen Zuschauer ein Hingucker der allerfeinsten Sorte und nervt keine Sekunde durch Herumgejammere, übertriebenen Tränenausstoß oder sonst was. John Cusack ist als sympathischer Typ von nebenan eh ein Selbstläufer und die Nebendarsteller sind beachtlich, von humoristischer Seite gesehen ragen Jeremy Piven als Cusacks bester Kumpel und Eugene Levy als hinterlistiger Verkäufer vor.

„Weil es dich gibt“ ist tatsächlich konstruiert, durchschaubar und unlogisch – aber das fällt nie auf, weil Peter Chelsom eine temporeiche, romantische Komödie ablieferte, die sympathischer ist als vieles andere auf dem Sektor. Wer will bei dieser Packung guter Laune schon meckern? Ich nicht, weshalb ich mich wohl oder übel der Standardbewertung hier anschließen muss...

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