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Das ist wieder so ein Film, für den Hollywood eigentlich erfunden wurde, den wir in Abständen immer mal wieder brauchen, damit wir nicht den Glauben an die Menschen an sich verlieren. Die Macht der einzig wahren Liebe, der Glaube an Schicksal und Fügung, an das füreinander Vorbestimmtsein - all das ist wenig realistisch, aber manchmal benötigen wir einfach unseren Schuß Heilewelt. Und "Weil es dich gibt" ist die perfekte Droge.

In wesentlichen Grundzügen ist das natürlich alles bekannt und wir wollen auch gleich von Beginn an niemals zweifeln, daß die beiden am Ende zueinander finden werden. Aber dafür geißelt man uns nicht zum x-ten Mal mit Tom Hanks und Meg Ryan, die nicht nur allmählich zu alt für diese Konstruktion werden, sondern mit ihren gängigen Meriten auch bereits in allen Angeln quietschen. Dafür stimmt die Chemie hier beim perfekten Filmpaar für Singles und die, die es mal waren. Kate Beckinsale, frisch aus Pearl Harbor freigekitscht strahlt uns mit dunklen Augen und strahlendem Lächeln entgegen und John Cusack, den eh alle Frauen (und diverse Männer) knuddelig finden, kann seine Tour mal in einer perfekt durchkonstruierten Love-Story ausleben.

Wunderbar einfach konstruiert zitiert "Serendipity" ausgiebig den Plot von "Sleepless in Seattle", ergänzt durch die gegenseitige Gewißheit, daß beide wissen, wer sie erwartet. Dazu muß allerdings das "Film"-Schicksal des öfteren herhalten, obwohl wir dankenswerterweise nicht mit dem Geldschein und dem verkauften Buch abgespeist werden, sondern mit anderen Hinweisen und möglichen "Omen", die darauf hindeuten, daß sich die Suche nach dem Einen vielleicht doch kurz vor der Hochzeit noch lohnt.
Beide Schlüsselobjekte kommen natürlich doch noch zum Einsatz, aber erst als es in jedem Fall beinahe schon zu spät ist.

Der Film hängt mehr an Cusack, der sich mit Kumpel Jeremy Piven (eine Offenbarung, der Kerl), auf eine wahnwitzige Suche macht, die mit leichten Jokes gepfeffert ist. Für einige davon sorgt Eugene Levy, der als Modeverkäufer für die reine Comedy zuständig ist. Beckinsale bleibt zunächst leicht zurückgesetzt, ehe sie zur Filmmitte richtig losbrennt, um dann allein auf den Höhepunkt (die Hochzeit) zuzusteuern.

Inhaltlich natürlich knallhart kalkuliert, sind die geplanten Hochzeitspartner weder wirklich unsympathisch oder unpassend, jedoch so schmal ausgezeichnet, daß ein Abspringen nicht weh tut. Auf der Schlußgeraden verschwinden beide sang- und klanglos aus der Handlung, um das Geschehen zum nötigen Ende zu bringen.
Wenn es zwischendurch tragisch oder gefühlsberauscht wird, kommt zum Glück immer gleich ein Fingerzeig des Schicksals dazwischen, der für das nötige Kitzeln sorgt, die Geschichte weiterzuverfolgen. Technisch ist alles auf dem erwarteten Stand, wenn auch die Musik ausgiebig "Harry und Sally" als Schablone nimmt.
Wer jetzt wegen soviel Styling und Konstruiertheit rumnölen will, darf das problemlos tun - aber die haben wegen zuviel Romantik und zu leichter Komik eh nichts zu lachen gehabt.

"Serendipity" ist vorprogrammiertes Gefühlskino fürs Herz, nicht zu kitschig, aber dennoch berechenbar. Da kann man meckern, wie man will - es ist okay. Aber hin und wieder will ich halt einen Film, der mir sagt: Alles wird gut. Und das ist so einer. (7/10)

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