Review

Ich bin doch etwas unschlüssig, ob mich "Cyborg Soldier - Die finale Waffe" als Ultrabillig-Version von "Universal Soldier" eher verärgert oder ob ich den Machern gar Bewunderung schuldig bin dafür, dass sie mit quasi nicht vorhandenen Mitteln einen halbwegs passablen B-Actionfilm auf die Beine gestellt haben.

Zur Story braucht man genretypisch nicht viel zu sagen: Unisol.. äh Cyborg auf der Flucht vor seinen mordlustigen Schöpfern, unverhoffter Support in Form einer jungen Polizistin und natürlich jede Menge geklaute/zitierte Szenen aus dem bereits erwähnten großartigen Roland Emmerich-Vorbild von 1992 (incl. Fressflashszene im örtlichen Imbiss). Eigene Ideen sind erwartungsgemäß Mangelware, ebenso machen sich Spannung wie Tempo ziemlich rar. Auch im Actionbereich kann "Cyborg Soldier" kaum Punkte sammeln, denn außer einigen wenigen unspektakulär inszenierten Shoot-Outs, lahmen Handgreiflichkeiten und sporadisch eingestreutem CGI-Feuerzauber hat John Steads Machwerk nicht viel zu bieten. Qualitativ überzeugen kann die gebotene, durchweg harmlos ausgefallene Action ebenfalls nicht.

Wenn man nun jedoch Vermutungen anzustellen beginnt, welche Mittel den Machern wohl zur Verfügung gestanden haben mögen, so revidiert sich das bisher durchweg klägliche Bild ein wenig. Jedenfalls scheint für "Cyborg Soldier" nicht wesentlich mehr Equipment zur Verfügung gestanden zu haben als dreieinhalb Autos, ein halbes Dutzend Handfeuerwaffen, eine Ladung Kostüme des nächsten Verleihers und ein Heimcomputer für die allernötigsten CGI-Effekte. Offenbar hats nicht mal für Platzpatronen gereicht, weswegen Mündungsfeuer aus dem besagten Computer herhalten musste...
Entsprechend fällt natürlich auch die Wahl der frostigen Locations aus: Man nahm scheinbar schlicht, was man um die nächste Ecke vorfand - oder halt gleich die eigene(?) Waldhütte, über deren Veranda zwecks Abfackeln durch die bösen Buben fluchs ein paar CGI-Flämmchen gelegt wurden. Ein echter Knaller ist daneben auch die unglaublich professionelle Ausstattung des geheimen Forschungslabors mit handelsüblichem Beamer und einigen schnöden Flachbildschirmen.
Jedenfalls kam ich aus dem Staunen kaum heraus, wie man mit einem nicht wahrnehmbaren Budget dennoch einen ernsthaft noch aktzeptablen Genre-Heuler erschaffen konnte!

Apropos Cyborg: "Iwo, wir sagen einfach, der Typ da ist einer, dann brauchen wir schließlich auch keine Effekte oder Makepup!"
Irgendwie schon eine geniale Idee, ganz zumal die Besetzung für die Verhältnisse tatsächlich sehr ordentlich spielt ( u.a. Bruce Greenwood - wie auch immer der bezahlt worden ist...) und auch der technischen Umsetzung das Bemühen, irgendwie das Beste aus der kläglichen Situation zu machen, stets anzusehen ist.

Fazit: Ein Billigst-Plagiat zwischen Wahnsinn und Genie. Eigentlich totaler Schrott vor dem Herrn, aber 4 Wertungspunkte sind meine Art der Respektsbekundung für diesen NoBudget-Actioner ohne nenneswerte Action.

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