Kontinuierlich greifen Filmemacher amerikanische Einöden auf, in denen junge Menschen von Hinterwäldlern bedroht und misshandelt werden.
Kein Wunder: Es gibt genügend Degenerierte, noch mehr naive Teenager und kilometerweite Gebiete, in denen neben einigen Viechern lediglich eine Kneipe, ein Dorfsheriff und einige Zurückgebliebene zu finden sind.
Schade nur, dass die meisten Schauplätze zu austauschbaren Kulissen verkommen, denn besonders bei den titelgebenden roten Felsen im Bryce Canyon Nationalpark in Utah hätte man eine wunderbare Hatz in rauer Landschaft entwickeln können, die Regiedebütant Giovanni Rodriguez nur in minimalen Ansätzen einbindet.
Halbwegs ansprechend gestaltet er noch den Einstieg, als die Geschwister Devon und Regina eine Höhle in der Wüste betreten und von einer Gestalt mit Gasmaske augenscheinlich unsanft attackiert werden.
Ohne dass weitere Details ans Licht kommen, springt die Handlung gleich fünf Jahre weiter: Die Geschwister sind erneut unterwegs in der Wüstengegend, mithilfe von drei Freunden will man mit einer Art Konfrontationstherapie das Trauma bekämpfen, doch prompt erscheint das Grauen von damals erneut…
Blitzartige Inserts deuten zunächst nur den Terror an, der sich seinerzeit in der Höhle abgespielt haben könnte und so mutmaßt man eine ganze Weile, was das Interesse zumindest aufrecht erhält, denn anderweitig fällt die Figureneinführung der Beteiligten in die Rubrik „austauschbare Typen im austauschbaren Slasher“.
Nachdem man das heruntergekommene Elternhaus der Geschwister inspiziert und den Deputy als auch einige krumme Gestalten in der Kneipe kennen gelernt hat, breitet sich Langeweile aus, denn erst im letzten Drittel baut man auf Konfrontationen zwischen Gut und Böse.
Bis dahin dümpelt das Geschehen mit Trauma-Bewältigung, dem Hinterfragen familiärer Relationen und dem Ausbreiten der Klischeefiguren vor sich hin und man ist schon dankbar für die kurze Flucht vor einem Wachhund und einem Motorradausflug ein der Wüste.
Dabei vernachlässigt das Drehbuch deutlich die Bedrohung, welche sich ohnedies als unspektakulär und mit niederen Motiven ausgestattet entpuppt.
Infolgedessen fiebert man kaum mit und als die Ereignisse der Vergangenheit final enthüllt werden, fasst man sich aufgrund der eklatanten Logiklöcher im Zuge einiger Plot Twists fast schon an die Birne.
Da eine Bindung zu den Figuren kaum gegeben ist, vermag der makabere Showdown kaum zu schockieren, auch wenn die Grundidee dahinter an sich brauchbar erscheint, - zu diesem Zeitpunkt ist die Aufmerksamkeit bereits deutlich gewichen, verstärkt durch den holprigen Ablauf, mangelnde Atmosphäre und dem fehlenden Gespür für spannende Momente.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich explizite Gewalttaten arg in Grenzen halten, beziehungsweise der Schere zum Opfer fielen. Der Bösewicht schlägt also kaum zu, Rettungsmaßnahmen mit Verbarrikadieren, Fluchtweg durch einen Tunnel und der Kletterpartie in den Felsen wirken beinahe grotesk, weil kaum ein Verfolger auszumachen ist und lediglich gegen Ende bringt man etwas Schärfe ins Spiel, als eben diverse Enthüllungen stattfinden und letztlich noch ein wenig vom ansonsten uninspirierten Skript gerettet werden kann.
Das wertet diesen Backwood-Terror jedoch kaum auf, da handwerkliche Defizite und darstellerische Schwächen das lahmarschige Treiben latent begleiten.
Rodriguez hatte gewiss eine passable Kernidee auf dem Papier, doch ansprechend und unterhaltsam umsetzen konnte er sie nicht.
Ein unspektakuläres und ereignisloses Treiben, - eine Beliebigkeit, die der malerische Schauplatz wahrlich nicht verdient hat…
3 von 10