Es gibt ja inzwischen virtuelle Spielereien, bei denen man mit dem ganzen Körper hampeln kann und das neuste App führt mittlerweile dazu, dass Stehpinkler nicht auf die Klobrille schiffen. Wer dieses Zeug übermäßig nutzt, bekommt von der realen Welt oftmals nicht mehr viel mit, - ein sozialkritischer Punkt, dem auch die Prämisse für den vorliegenden Streifen zugrunde liegt. Leider so ziemlich der einzig positive Aspekte bei der Sache.
Irgendwann in der Zukunft in Quebec, Kanada: Nur noch zwei Prozent der Menschen hat Zugriff auf die Natur, damit diese sich nach und nach von selbst regenerieren kann.
Und während an einem geheimen Militärstützpunkt im Wald mit einem regenerierenden Serum für Verletzte experimentiert wird, wollen fünf Leute um Paul der virtuellen Realität entfliehen und in jenem Wald eine reale Jagd anzetteln. Doch zu dieser Zeit sind durch das Militärexperiment bereits die ersten Untoten ihren Gräbern entstiegen…
Regisseur und Autor Bilodeau hat mit einem lächerlichen Budget von umgerechnet 15.000 Euro recht viel gewagt und sich eine im Grunde solide Story ausgedacht, deren sozialkritischer Hintergrund durchaus zum Nachdenken anregt. Doch die Umsetzung, das offenbaren bereits die ersten Bilder, versagt in nahezu allen Belangen.
Von anständiger Figurenzeichnung fehlt jede Spur, ergo ist auch kaum eine Entwicklung bei den Protagonisten auszumachen, welche überdies von durchweg hölzernen Mimen verkörpert werden.
Hinzu kommt die Dialoglast bis zum Mittelteil, die ein Vorankommen des Geschehens vermissen lässt und bei der jede Spur von Atmosphäre im Keim erstickt wird.
Trotz der parallel ablaufenden Handlungsstränge will einfach kein brauchbarer Erzählfluss entstehen, zudem bringt das gegenseitige Angezicke kaum Spannung ins Spiel, denn man ahnt früh, dass der ominöse Fremdenführer nichts Gutes im Schilde führt und der Sohn des Ministers von seinen kleinen Wunderwaffen viel zu sehr angetan ist, um sich der Gruppe anzupassen.
Zu einer Jagd kommt es im Verlauf jedoch nie wirklich, denn die Konfrontationen mit den Zombies fallen recht einseitig aus. Hier und da wird mal einer erschossen, zwei halbwegs explizite Gewalteinlagen wie ein Kopfschuss und ein paar Eingeweide am Rande bieten keine nennenswerte Schauwerte und die wenigen CGI versagen völlig.
Einzig die Zombiemasken sehen okay aus, doch selbst die bekommt man mit wenig Aufwand binnen kurzer Zeit besser hin.
Was bleibt, ist ein amateurhafter Streifen, der handwerklich zwar nicht komplett auf Einsteigerniveau anzusiedeln ist, doch für einen Macher, der neben Regie auch Produktionsdesign, Kamera und Editing übernimmt, dürfte diese Aufgabe augenscheinlich zuviel gewesen sein.
Einzig der Background mit leichter Sozialkritik um virtuelle Welten liefert einen Pluspunkt, der Rest bietet überwiegend Laientheater ohne Spannung oder erwähnenswerte Temposzenen.
Ein Zombiefilm mit tauglichen Absichten, in der Umsetzung scheitert er jedoch gnadenlos.
3 von 10