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"Never Cry Werewolf" (Kanada 2008) quasi ein Remake von "Fright Night 1", allerdings mit Werwolf statt Vampir. Es gibt 80 Imitationen von "Stirb langsam", also ist es in Ordnung, wenn ein gutes Thema wie Fright Night mal imitiert wird. Das Thema: Ein attraktiver Nachbar zieht in das Nebenhaus. An vielen kleinen Details merken die Kinder, daß etwas an dem neuen Nachbarn nicht stimmt.
Diesmal ist es jedoch nicht der Sohn (13 oder 14), der etwas merkt, sondern die ältere Schwester Loren (18 oder 19), die von Nina Dobrev gemimt wird. Statt eines hörigen Dieners hat der gefährliche Nachbar (Peter Stabbings mit viel gefährlicher und sinnlicher Ausstrahlung) einen grausigen schwarzen Hund dabei. Der Einzige, der Loren glaubt, ist der ältere Freund ihres Bruders, weil er ein Auge auf sie geworfen hat und in ihrem Alter ist. Dieser Steven ist aber ein schräger Typ, was von Sean O'Neill herrlich abgedreht gespielt wird. Überhaupt spielen alle Beteiligten sehr gut. Kein Punktabzug bei der Darsteller-Wertung.
Kevin Sorbo (aus der Hercules-Serie) spielt den angeblichen Großwildjäger Redd Tucker, welcher von Loren als Hilfe geholt werden soll - er hat somit die Gegenstückrolle zum Vampirjäger Peter Vincent aus dem Vorbildfilm. Obwohl ein Feigling und Blender, gibt Sorbo dem Typen einen sympathischen Anstrich (der kann gar nicht unsympathisch, der ist einfach von Natur aus nett) und ist ein humoristisches Schmankerl.
Die Effekte sind entsprechend der geringen Größe des Films (nur 1 Million Budget) bescheiden, aber gar nicht so übel. Bei einem offenen Überfall auf viele Leute im Waffenladen, muss der Hund zweimal getötet werden. Erst in seiner Hundegestalt und dann mutiert er zum gehäuteten Ungeheuer, was dann wirklich eklig aussieht und an die Hunde aus "Das Ding aus einer anderen Welt" erinnert, auch wenn es bei "Never Cry Werewolf" nur ein CGI ist. Aber man hat für den richtigen Werwolf auch Handmade-Kostüme, die dann relativ gut sind, bärig, groß, schwarz und u.a. auf allen Vieren gehend. Die Bekämpfung ist dann auch einfallsreich, witzig, flott und ein wenig hart gestaltet, da spritzt schon mal etwas Saft. Wer kein Silber einschmelzen kann (man fragt sich, wieso die Leute in anderen Werwolf-Filmen das immer können), der bindet einfach Silberbesteck an Pfeilspitzen und fertig ist die Anti-Werwolf-Distanzwaffe.
Der Charakter zwischen Grusel und Komödie, den die Fright-Night-Teile aus den 80er auch hatten, bleibt hier erhalten, auf eine ganz eingene Art. Sicher bekommt man die brillante Atmosphäre der 80er nicht mehr hin, aber "Never Cry Werewolf" hat seine eigene Atmosphäre. Bei einigen Szenen, in denen nicht gesprochen wird, spielt jedesmal ein anderer fetziger Song, aber dreimal so laut wie die Dialoge, weshalb man manchmal mit der Fernbedienung laut und leise ausgleicht. Ist aber nicht zu häufig.
Spannung kommt trotz des Spaßes nicht zu kurz und man ist sehr interessiert am Fortgang des Films, obwohl es ja in allen Bereichen ein Remake von "Fright Night 1" ist. Aber es kommen immer wieder neue Ideen rein.
Ein Film, der sehr gut unterhalten hat und bei dem es unverständlich ist, weshalb er nicht deutsch synchronisiert wurde, wenn ein Müll wie "Sharknado" Teil für Teil synchronisiert wird.

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