Bei uns läuft er unter dem Titel "The Legend of the Gingko 2", doch eigentlich wurde er vier Jahre zuvor gedreht und zwar von Kang Je-gyu (Shiri, Brotherhood), der hier als Produzent fungiert. Mit "The Legend of Gingko" hat er auch nichts gemein, der sich in Südkorea schnell zum Kinohit mauserte. Das Debüt von Park Je-hyeon (Oollala Sisters, How to Keep My Love) ist dann aber wahrlich nicht jedermanns Sache, besonders die gruselig-schlechten Computereffekte machen es dem Konsumenten schwer.
Am Fuße des heiligen Berges leben zwei Völker, nämlich die Hawks und die Volcanos. Doch die Hawks versuchten einmal die Volcanos zu vernichten, weshalb sie vom heiligen Berg bestraft wurden. Jahrhunderte lang zogen sie im Land umher, nun haben sie die Chance zu neuer Macht zu kommen. Denn mit Hilfe eines mächtigen Schwertes kann der heilige Berg vernichtet werden und die Hawks könnten auch die Macht über die Volcanos übernehmen. Doch dazu benötigen sie das Mädchen Bi (Jin-shil Choi), welches sie opfern müssten, um diese Macht zu erlangen. Doch Bi lebt bei den Volcanos und wird dort von den beiden Kriegern Joeg (Kyung-gu Sol) und Dan (Seok-hun Kim) verehrt. Da Bi mittlerweile von ihrem Schicksal weiß versucht sie ihr Volk zu schützen und will sich dem heiligen Berg opfern. So entbrennt erneut ein Krieg zwischen den Hawks und den Volcanos.
Irgendwie scheinen in Südkorea nur Übermenschen zu leben, die man mehrmals mit dem Schwert oder dem Messer durchbohren kann, doch die Kerle sind immer noch putzmunter, selbst wenn ihnen in Nahaufnahme literweise das Blut aus dem Mund sabbert. Es ist eine schwierige Sache sich mit diesem kruden Stoff anzufreunden, eine Art "Stargate" und die kleinere Form vom Wasserwesen aus "The Abyss" sind auch zugegen. So kann man in diesem Fantasyfilm einen Berg mit einem billig zusammengeschusterten Schwert vernichten, welches bei einer Mondfinsternis immer aus diesem "Stargate" ähnlichen Ding herauskommt. Wäre der heilige Berg Geschichte, dann könnten die Hawks in Ruhe ihren Krieg gegen die Volcanos anzetteln und endlich alleine herrschen. Dies wäre schon fast vor geraumer Zeit passiert, als Bi geboren wurde, doch ihr Vater konnte sie retten und zu den Volcanos bringen. Die haben mit ihrem seltsamen Ritual auch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Um ein echter Krieger zu werden müssen sie das Feuer des heiligen Berges in einem kleinen Gefäß in ihr Dorf bringen. Unterwegs begegnet man irgendwelchen Kannibalen und auch der Aufstieg ist ziemlich gefährlich. Doch im Endeffekt dreht sich alles um eine Dreiecksbeziehung. Der neue König Joeg und der junge Dan haben sich beide in Bi verguckt, schmalzige Dialoge und einige Streitereien sind die Folge.
"The Legend of the Gingko" ist nicht nur sehr simpel gestrickt, sondern wirkt auch förmlich auf zwei Stunden Lauflänge gezogen. Zwischen den wenigen Schwertkämpfen herrscht größtenteils Ebbe und man versucht ständig in Punkto Bi auf die Tränendrüse zu drücken. Zwischendurch finden auch immer wieder Fantasyelemente Einlass, welche teilweise grottig animiert wurden. Auch bei den Kämpfen muss man Abstriche hinnehmen. Zwar lässt es sich Park Je-hyeon nicht nehmen den roten Lebenssaft ordentlich suppen zu lassen und einige Gliedmaßen abzuhacken, doch die Kamera ist oft so nah am Geschehen positioniert, dass meist nur wenig zu erkennen ist. Auch beginnt die Kamera pünktlich wenn es zur Sache geht immer schrecklich zu wackeln. So hat man im Grunde genommen auch noch die harten Schwertkämpfe teilweise verhunzt, obwohl die auch spektakuläre Szenen vermissen lassen. Doch der größte Störfaktor ist dieses ständige Liebesgesülze und der ewige Kampf zwischen den beiden Rivalen Joeg und Dan um ein thetralisches Mädchen, welches mit ihrem Leben sowieso Schluss machen will. Darüber helfen auch die oft opulenten Bilder nicht hinweg. Die Darsteller agieren erfreulich ernst, können dieses banale Machwerk aber auch nicht mehr retten.
Dieser Fantasybrei hat mich keine Sekunde in seinen Bann gezogen, hier herrscht gepflegte Langeweile. Anstatt reichlich Action gibt es eine Lovestory die zu zahlreichen theatralischen Momenten führt, Bi würde man am liebsten an die Wand klatschen. Dank der Kamera sind auch die Schwertkämpfe nicht unbedingt vorteilhaft eingefangen, für kleine Lichtblicke sorgen die passablen Darsteller und die schicken Bilder.