Einer der ersten realistischen Polizeifilme. Ohne Krimihandlung, auf den Berufs- und Privat-Alltag seiner Darsteller beschränkt. Und der ist bitter. Nicht nur der Polizeidienst, sondern auch der Schichtdienst an sich stehen im Fokus. Und der Niedergang eines idealistischen Polizisten.
Polizeirevier Los Angeles Ost ist alles andere als leicht verdauliche Kost. Auf mich wirkte das Geschehen permanent wie eine Pilotfolge einer später nicht realisierten Serie, denn wie ein Spielfilm sieht die Story definitiv nicht aus. Eher wird episodenhaft das eine oder andere Verbrechen untersucht und behoben, dann das nächst usw. ohne groß gesteigerten Zusammenhang. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf das Copduo Andy Kilvinski und Roy Fehler. Andy ist der souveräne erfahrene Cop, der auftretende Probleme dadurch stets smart lösen kann, während Roy ein Greenhorn ist, das erst eingelernt werden muß und so nebenher noch sein Studium vorantreiben möchte.
Da beide aber meist die Nachtschicht bekommen, fangen bei Roy schnell familiäre Probleme an. Die Frau verläßt ihn schließlich, die Studienkurse werden geschmissen und zusammen mit Freund Alkohol beginnt eine unaufhaltsame Abwärtsspirale. Diese trifft dann auch sogar Andy, der nach seiner Pensionierung keine Ziele mehr im Leben hat und sich vereinsamt selbst richtet. Auch Roy geht es nicht besser, denn bei einem Einsatz wird er auch im Dienst erschossen. Man kann dem Film wirklich nicht vorwerfen ein Happy End zu produzieren, sondern im Gegenteil, der Zuschauer verläßt den Film mit einem sehr flauen Gefühl im Magen.
Was erst später klar wird, die Story begleitet die Protagonisten und auch einige ihrer Kollegen über den Verlauf mehrerer Jahre. Die Charaktere entwickeln sich, bis eben am Ende der Downerhammer zuschlägt. Beinahe wie die US Reality Show Cops sieht man diverse Einsätze bei Hausfriedensbruch, bewaffneter Überfall oder gegen Prostitution (mit einer sehr interessanten Methode übrigens). Auffällig ist dabei ein beinahe rassistischer Unterton, denn alle Nutten und Verbrecher sind entweder Schwarze oder Mexikaner, die zwar demographisch in dem Viertel dominieren, aber da hätte man ruhig ein wenig moderater die Rollen verteilen können.
Der Film ist zwar durchaus sehenswert, hat aber gewisse Einschränkungen. Action hält sich eher im Hintergrund, dafür wird Wert auf realistische Darstellung des Alltags gelegt. Fans von Stacy Keach können ihn hier in einer seiner sehr frühen Rollen bewundern, noch ohne seine Mike Hammer Allüren. Ganz nett das Teil.
6/10