John Waynes letzter Film hätte nicht passender eine große Westernkarriere ausklingen lassen können. Zahlreichen Übereinstimmungen zwischen Schauspieler und Figur machen diesen Spätwestern zu einem ansehnlichen Vergnügen, wenn man den klassischen Westen noch zu schätzen gelernt hat.
Wayne gibt hier den in die Jahre gekommenen Revolverhelden J.B.Books (seine Geschichte wird passend eingeführt durch Ausschnitte Waynes aus anderen, älteren Filmen, die uns von den 30ern bis in die 70er Jahre führen), dem eine überraschende Krebserkrankung (fachgerecht erstellt von einem ebenfalls stark gealterten James Stewart) nur die Wahl zwischen einem baldigen qualvollen Tod oder einem würdigen Abgang im Sinne seiner Profession läßt.
Der Film folgt den letzten sieben Tagen Books, der sich bei einer Witwe (passend: Lauren Bacall) und ihrem Sohn (unfreiwillig unterirdisch: der spätere Regisseur Ron Howard) einquartiert und in der Stadt eine Menge Wirbel verursacht.
Eingefangen wird dies weniger als düsteres Melodram, als vielmehr als fast liebenswürdige Verbeugung vor der knorrigen, herrschenden Figur, die Wayne auch im wahren Leben war.
Befehlend, schnoddrig und grummelig folgen wir seinem Leidensweg, der neben einem letzten Picknick auch die langsame Einsicht beinhaltet, daß seine Zeit (die des alten Westens) abgelaufen ist (passende Parallele: in England ist Königin Victoria gestorben).
Natürlich bedeutet sein Abgang, daß er sich in einem letzten Duell beweisen muß und so bestellt er am Ende drei Gegner für den finalen Shoot-Out in den Saloon.
Der Film hat keine komplizierte Struktur, sondern folgt einfach Books und den Menschen, die ihn die letzten sieben Tage begleiten. Traditionell in Western-Manier ist da nur das finale Duell inszeniert, daß nicht typisch, sondern nacheinander durchgeführt wird und plötzlich mit einigen ungewöhnlichen Kamerapositionen aufwartet und im Vergleich recht hart ist.
Da die Melancholie nur sehr leise anklingt und auch sonst keine Schwermut (durch Musik etc.) aufkommen will, ist das ein versöhnliches und passendes Ende vom Lied für Wayne, daß man aber im Zusammenhang sehen sollte, um ihm Tiefe zu verleihen. (7/10)