Review

Ich bin zugegebenermaßen nicht der der allergrößte Westernfan, wobei ich Leones Meisterwerke schon sehr verehre. Und mit John Wayne kann ich nicht so viel anfangen, auch weil mir seine politische Einstellung stets ein bisschen suspekt war. Da aber seine schauspielerischen Qualitäten zählen sollen, will ich hier auch gar nicht weiter darauf rumreiten.

Wayne beendete mit diesem Streifen seine 50jährigen Filmkarriere, wobei dieser Film zeitlich eingeordnet schon zu den Spätwestern zählt. Die durchweg melancholische Grundstimmung kommt aber nicht durch den für in dieser Zeit typischen desillusionierten Abgang heruntergekommener Revolverhelden, sondern wird durch die bewegende Geschichte des Revolverhelden Books erzielt, denn er hat durch ein Krebsleiden nur noch wenige Tage zu leben. Um in Würde zu sterben - am besten wäre ein heldenhafter Tod in einem Duell -, lässt er sich in der Pension der Witwe Bond (Lauren Bacall) nieder. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, wobei beide Darsteller wirklich brillieren können, denn von beidseitiger Hingegebenheit bis abweisender Schroffheit sind sowohl Books als auch Bond stets nicht weit entfernt. Als es dann zum Showdown in einem Saloon kommt, verspürt man als Zuschauer schon fast ein bisschen Erleichterung, denn das Schicksal des Helden wäre sonst ein noch schlimmeres gewesen.

In seinem letzten Film sehen wir Wayne einerseits in einer für ihn recht untypischen Rolle, anderseits hat er damit nur eine traurige Parallele seines eigenen Lebens gezeichnet, da er selbst bereits seit Jahren an Lungenkrebs litt und drei Jahre nach diesem Film an den Folgen der Erkrankung starb. Diese Umstände verleihen dem Film eine um so mehr erschütternde Note.

Fazit: Untypischer Western mit verhaltener Action, aufgrund der Umstände für Wayne-Fans sicherlich ein - wenn auch schmerzliches - Muss.

Details
Ähnliche Filme