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„Il Tram“ ist der zweite Teil aus der vierteiligen Fernsehepisode unter Dario Argento. Diesmal führte Argento selber Regie, allerdings unter einem Pseudonym.


In einer Straßenbahn wird nach der morgendlichen Säuberung eine tote Frau gefunden, versteckt unter einem Sessel. Der zuständige Kommissar Giordani kann es sich nicht erklären, wie die Frau in einer vollbesetzten Straßenbahn umgebracht werden konnte, ohne dass es einer gemerkt hat.
Giordani schaltet eine Zeitungsanzeige, um die betreffenden Personen zu finden, die nachts mit der Straßenbahn gefahren sind. Giordani spielt die Situation mit den Leuten exakt durch, bis am Ende nur noch eine Person als Mörder übrig bleibt, für die Giordani auch noch genug belastendes Material übrig hat. Der Fall scheint erledigt, doch die betreffende Person beteuert immer wieder, unschuldig zu sein.
Dann jedoch dämmert es Giordani, dass er etwas übersehen hat. Er wagt ein riskantes Experiment mit seiner Freundin Giulia...


Kurioserweise entstand die Idee für „Il tram“ aus einen anderen Argento-Film, nämlich „The Bird with the Crystal Plumage“. Doch Argento war diese Szene damals zu lang, so strich er sie komplett und machte daraus später eben diese Kurzgeschichte.
Man merkt, dass die Geschichte ein wenig gestreckt wurde, aber dennoch ist „Il tram“ sehr unterhaltsam.
Allein schon die Idee, dass jemand in einer Straßenbahn umgebracht wird und keiner merkt es, ist schon recht Argento-like.
Die Handschrift Argentos erkennt man bei „Il tram“ sofort wieder. Zwar scheint es schwierig zu sein, in einer Straßenbahn zu filmen, doch verzichtet auch Argento hier nicht auf seine üblichen Kamerafahrten und –winkel.

Wie auch schon in Episode 1 gibt es hier so gut wie kein Blut oder drastische Morde, die man sonst von Argento gewohnt ist. Die Serie entstand halt eben für das italienische Fernsehen, und da galten in den 70er Jahren noch strengere Regeln für das TV.
Eine sehr witzige Auflage kam von dem TV-Sender RAI selber. So durfte der Mörder nicht mit einem Messer morden, da es laut den Produzenten eine Art Phallus-Symbol sei. Argento war sauer und frage, wie es denn mit einem riesigen Harken sei. Dies war dann kurioserweise OK.


Fazit: Ein Kurzfilm von Argento, der schon seine Handschrift deutlich zeigt. Auch wenn „Il tram“ etwas in die Länge gezogen wirkt, ist es ein sehr guter (harmloser) Giallo. Fans werden auf jeden Fall zufrieden sein.

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