Review

Dean was a Democrat, and that might have been part of it. But Dean wasn’t a talker. He could be in a group for a long time and not say a word. At all. Forever. He was unschooled and shy; the intelligentsia would make him insecure. He was always difficult socially.

~ Angie Dickinson

In fact, I’ll swear: as much as Dean loved the ladies, when the fun was done, he preferred being left alone to watch his westerns or read his comic books. Women always seemed to need the kind of attention he wasn’t much interested in giving.

~ Jerry Lewis

I was going to come down to the set to see you this afternoon late, but when I phoned was told the company had finished for the day . . . have been seeing almost all the dailies and the film looks great. I feel we will really have a very important picture.

~ Jack Warner

Rio Bravo, später noch einmal als El Dorado (1966) in einer ähnlichen narrativen Situation, aber von einem gänzlichen anderen Ausgangspunkt, der Herangehensweise und auch einer konträren Besetzung als inoffizielles 'Remake' verfilmt, als die direkte Antwort auf 12 Uhr Mittags (1952) gewesen; ein Film, der bei den Kritikern und in der Nachhaltigkeit trotz der hiesigen Popularität fast höher bewertet sein dürfte, in der damaligen politischen Situation aber zuweilen schlecht ankam und gerade von gestandenen Western-Regisseuren und Darstellern nicht gemocht wurde bis diskreditiert. Zu den Leuten, die dem Film nichts gewinnen konnten, gehörten der hiesige Regisseur Howard Hawks und sein Darsteller John Wayne, beide brauchten auch dringend einen Erfolg und einen Beweis, dass der Western noch ihnen und nicht die Liberalen gehört; eine Revision der Geschichte, hier zugrundeliegend auf dem gleichnamigen Roman von B. H. McCampbell, ursprünglich allerdings El Paso Red benannt, zumindest durch die Drehbuchautoren Leigh Brackett (welche auch El Dorado adaptiert hat) und Jules Furthman:

Als Joe Burdette [ Claude Akins ], der verwöhnte jüngere Bruder des wohlhabenden Landbarons Nathan Burdette [ John Russell ], vom lokalen Sheriff John T. Chance [ John Wayne ] wegen Mordes verhaftet und eingesperrt wird, bekommen er, sein Deputy Dude [ Dean Martin ] und die ältere Aushilfe Stumpy [ Walter Brennan ] sofort Probleme mit Burdettes Männer, was die ganze Stadt im Grunde in eine Belagerung versetzt. Als auch noch Chance's Freund Pat Wheeler [ Ward Bond ] seine Hilfe anbietet, deswegen aber erschossen wird, bekommt das belagerte Trio Hilfe durch dessen Vorarbeiter Colorado Ryan [ Ricky Nelson ]; zudem auch Unterstützung in etwas anderer Form durch die in Chance verliebte Durchreisende Feathers [ Angie Dickinson ].

Wayne, der seit längerem keinen Western mehr gedreht hat, mit seinen Ausflügen in anderen Genres aber auch nicht glücklich war, war vor dem Besetzungskarussell bereits sicher, das weitere Casting erschwert, als zweiter Mann wurde im Grunde Jeder angefragt, der Rang und Namen hatte, von Sinatra über Mitchum (welcher in El Dorado anwesend war) über Tracy, Cagney, Curtis (was eine interessante Wahl gewesen wäre), Lancaster, Douglas, Ford, Grant, Holden, Clift, Fonda, Widmark, und Dean Martin, der letztlich den Ausschlag bekam; Martin war auch wahrscheinlich der Einzige, der umsonst gearbeitet hätte, er war ein großer Western-Fan. Warner Bros. hätte sich vielleicht gefreut, diese haben das Projekt gestemmt, es war auch so und dennoch ein Erfolg, aber wer das Kleingeld nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Martin wird hier auch nach Wayne geteilt, welcher sich in El Dorado den Vorspann mit Mitchum teilte, ein kleiner, aber feiner Unterschied, etwas für das Ego und den Selbstantrieb. Geritten wird hier wie dort, hier aber nicht gesungen, keine Nostalgie oder Sentimentalität oder Tradition angeklungen, es wird noch von der Beliebtheit des Western in der Jetztzeit gezehrt.

Martin ist Erster im Bilde dafür, beim Hereinkommen in einen Saloon, ein eher abbruchreifes Büdchen, der Mann auch nicht besser zurecht, sichtlich auf der Suche nach einem kräftigen Schluck Fusel, sichtlich nicht das Geld dafür. Er schleicht sich so durch, er zieht trotzdem die Aufmerksamkeit auf sich, er bekommt sogar ein Geldstück zugeworfen von einem Gast, allerdings mitten in den Pisspott hinein, keine Manieren hier, wie wird er reagieren? Den ersten Toten gibt es auch in der Szene, ein bislang Unbeteiligter, der sich kurz einmischt, mir nichts, dir nichts aus nächster Nähe erschossen, es scheint niemand zu stören, die nächste Trinkhalle ist nicht weit. Eine Eröffnung nach Maß, die Zeichen deutlich gesetzt, das Verhältnis insgesamt angespannt, der Wilde Westen und das nicht vorhandene oder ausgehebelte Gesetz.

Eine Beerdigungsprozession steht an, mitten durch die Stadt, den nächsten Tag, bei Sonnenschein, dazu ein Viehtreck, ziemlich geschäftig das Örtchen, sieht gar nicht danach aus. Die Figuren werden hier früher vorgestellt, die handelnden Männer zumindest, die beiden Älteren kennen sich bereits, der Neue und Junge wird eingeführt; manchmal ist das albern, meistens erfüllt das seinen Zweck, perfekt. Eine Belagerungssituation steht hier an, nach wenigen Minuten bloß, eine brenzlige Lage, keine Verstärkung, kein raus, kein rein, die Situation ist nicht famos. Angespanntheit und Angespannt Sein ist hier gleich vorhanden, wird aber immer wieder aufgehoben, das Leben ist so und das Leben geht weiter, eine ganz 'normale', wenn auch höchst gefährliche Position. Martin als Alkoholiker (und auch Nelson als Art James Dean - Ausgabe, plus beide in einer Sangeseinlage) dabei in einer Paraderolle, der suchtkranke Cowboy, der nüchtern bleiben will und bleiben muss, der den kalten Entzug wagt und sich durchschlägt, das Gesicht allein spricht Bände von den Qualen, Wayne dagegen spielt sich selber, das kann er gut genug. Patrouillen werden hier gemacht, 'Zuschauer' verscheucht, Beobachter, die das Gefängnis im Blick haben, Observieren der Schwächen, eine ansonsten fast ausgestorbene Stadt, wer die Chance hat, hat sich verdrückt oder versteckt, ist geflohen, mal wird man auch von einem Maultier erschreckt.

Der Gefangene sitzt hier gleich zu Beginn schon im Gefängnis, bei El Dorado erst in der Hälfte der Laufzeit, dort muss einer der Gesetzeshüter auch erst nüchtern gemacht werden, mit Zwang zeitweise, hier versucht es Derjenige selbständig, und der Jungspund dort drängt sich als Grünschnabel geradezu auf, hier wird erstmal auf Ablehnung und mehr Selbst- und Eigenständigkeit gestoßen. Kleinigkeiten und Details, die ausreichen, zumal Wayne dort auch zeitweilig ausfällt, von einer Kugel im Rücken geplagt, die sich in Art Krampfanfällen und Taubheitsgefühlen zum meist ungünstigsten Augenblick ausdrückt. Hier wird früher geschossen auch, aus dem Hinterhalt und mitten auf der Straße, es ist grober und grimmiger; zuweilen gleichen sich die Szenen – die Situation im Saloon, in der der bezahlte Mörder geflohen ist, und wo gar der Barkeeper auf der falschen Seite steht; selbst der Dialog anschließend –, das stimmt.

El Dorado ist zudem eher eine Geisterstadt, dagegen ist der Ort hier vergleichsweise bevölkert, das Hotel bspw., mitsamt seinen Gästen, den vielen Gesprächen mit Dickinson und dem Mexikaner, dazu viele Neugierige vor Ort, Unbeteiligte aber, zusätzlich geht hier auch mal die Sonne auf (und unter), es wird sich für einen Moment auf das Schöne konzentriert. Wayne ist hier aktiver, er ist nicht 'die zweite Geige', er ist selber der Sheriff, er hat das Sagen, er bekommt eine (sich stets wiederholende und nichtssagende) Liebesgeschichte aufgedrückt, und der Klamauk mit Carlos ist nicht geradezu entzückend; plus die Belagerung geht hier länger, ausdauernder, auch mit Taktik und Finten und Tricks, es geht den Beteiligten zuweilen selber auf die Nerven, die Warterei, die hinausgezögerte Bedrohlichkeit, eine innere Aggression, eine zunehmende Empfindlichkeit, ein explosives Finale, die Kritik war sich einig.










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