Die Atmosphäre einiger Leuchttürme ist nicht außer Acht zu lassen und so haben bereits Streifen wie „The Fog“ oder auch das Finale von „Eiskalte Leidenschaft“ durch so eine Kulisse enorm profitiert. Auch der titelgebende Geisterturm ist Hauptschauplatz dieses Thrillers, dem in seiner altmodisch angestaubten Form jedoch rasch das Licht ausgepustet wird.
Katelyn (Lindy Booth) kehrt erstmals seit zwanzig Jahren zum Elternhaus, dem Leuchtturm zurück, seit damals, als ihre Mutter auf mysteriöse Weise getötet und ihr Vater dafür verurteilt wurde. Mittlerweile will man aus dem verlassenen Gebäude eine Touristenattraktion machen, doch der örtliche Pfarrer warnt frühzeitig vor dem Betreten des Kellers…
Vor rund dreißig Jahren hätte die Geschichte gewiss eine immensen Kreis von Horrorfans zufrieden stellen können, doch nach heutigen Sehgewohnheiten, bereits bekannten Schockeffekten und Gruseleinlagen, bietet der Stoff keinerlei Innovationen, geschweige denn Überraschungen.
Die niedliche Hauptfigur wird zwar rasch etabliert und ein Love Interest ist in Form einer alten Grundschulliebe auch schnell gefunden, doch die einzelnen Abläufe sind nach wenigen Momenten erahnbar: Randfigur geht in den Kellerbereich und ist kurz darauf spurlos verschwunden. Später dehnt sich das „besessene“ Gebiet gar bis in den angrenzenden Wald aus und führt zu Halluzinationen, was alles nicht so logisch einher geht.
Dabei ist kein einziges Ableben zu sehen, nur mal eine Leiche oder später ein Skelett, eventuell ein paar entfernte Schreie.
Das Problem sind ausbleibende Flashbacks, die ein wenig Abwechslung in die eindimensionale, von Klischees überhäufte Geschichte gebracht hätten.
Hier werden viel zu spät ein paar kurze Rückblenden eingeflochten, die bis zu Katelyns Großvater zurückreichen und die Wurzeln des Poltergeistes erklären, obgleich dessen Motive nicht gänzlich nachvollziehbar sind.
Über latent eingestreute Flüsterstimmen oder einer Gestalt in einiger Entfernung kommt man in Sachen Grusel nicht hinaus und die Spannung hält sich in recht überschaubare Grenzen.
Der postkartengleiche Leuchtturm kommt nur ansatzweise zur Geltung, da die Kamera die weitläufige Umgebung selten in adäquate Bilder verpackt und allenfalls ein paar Küstenfelsen gestreift werden. Ansonsten liefert die Kamera jedoch solide Einstellungen ab und auch einige Szenenwechsel zeugen von ordentlichem Timing.
Darstellerisch begibt man sich auf passables TV-Niveau, wobei Lindy Booth als Katelyn und Lawrence Dane als Father im Ruhestand eher leicht überdurchschnittlich performen.
Es geht also um das Familiengeheimnis im Keller eines Leuchtturms, einen mitwissenden Geistlichen, der wie immer zu lange schweigt, einige Ungläubige, die spätestens zum Showdown bestraft werden und ein Kindheitstrauma, dem man sich final stellen muss.
Hat man vor Jahrzehnten bereits in ähnlicher Form gesehen, schmerzt im Gesamtbild zwar nicht sonderlich, kommt jedoch über den üblichen „Seh-ich-nebenher-am-regnerischen-Sonntagnachmittag-bei-Kaffee-und-Kuchen“ - Faktor nicht hinaus.
Knapp
4 von 10