Sie alle erwachen in einem Raum, ohne sich an Vorangegangenes erinnern zu können. Niemand kennt den anderen, doch im Verlauf wird jeder seinem nächsten misstrauen.
Es gibt keinen ersichtlichen Fluchtweg, nur Überwachungskameras und Regeln, die ein Psychopath seinen „Spielern“ über Lautsprecher verkündet.
Wen dieses Sujet nur allzu deutlich an „Cube“, „House of 9“ und Konsorten erinnert, liegt goldrichtig, denn einmal mehr befindet sich eine Gruppe in Gefangenschaft und muss sich durch kleine Hinweise einen möglichen Ausgang erarbeiten.
Schade nur, dass sich die komplette Handlung auf einen sterilen Raum und ein Badezimmer beschränkt…
…in dem sich die 14 Figuren um Tonya und Lee einfinden. Schon bald ist das Ziel des Spiels klar: Am Ende kann nur einer überleben und wer die Regeln bricht, wird mit einem tödlichen Elektrostoß durch das ihm angelegte Halsband erledigt, andernfalls während völliger Dunkelheit getötet. Ist etwa einer der Teilnehmer ein Komplize des Überwachers?
Immerhin haben sich die Macher mit Erfolg um Gesichter bemüht, die man nicht so leicht in jedem Modekatalog finden dürfte, was dem Einstieg zumindest eine Prise Glaubwürdigkeit verleiht. Neben zwei älteren Damen befinden sich ein paar Dunkelhäutige ebenso unter den Gefangenen wie das redselige Muttersöhnchen, eine Frau mit deutlichen dermatologischen Problemen, sowie ein streitsüchtiger Latino und ein leicht korpulenter Geistlicher.
Tonya stößt als letzte zu der Gruppe, von der niemand so recht weiß, wie lange man schon in diesem Raum verharrt. Lee, ein ruhiger Dunkelhaariger, übernimmt indes die Führung, versucht die Ruhe und die Übersicht zu bewahren, sobald einem der übrigen Isolierten die Nerven durchgehen.
Leider hält sich der Nervenkitzel in Grenzen, auch wenn einige Teilnehmer Geheimnisse für sich behalten, Zettel mit Hinweisen verschweigen oder nichts von Puzzleteilen erwähnen, die der Gruppe vielleicht weiter helfen könnten.
Ereignis – und actionarm läuft das Geschehen auf recht dialoglastiger Ebene ab und beschert dem Betrachter kaum eine Möglichkeit zum Mitfiebern, da fiese Spiele in Richtung „Saw“ völlig ausbleiben und die meisten Figuren nicht wirklich sympathisch erscheinen.
Auf rein psychologischer Basis spitzt sich letztlich die Situation ein wenig zu, als der Überwacher die Information preisgibt, dass sich jeweils ein Mörder, ein Vergewaltiger und ein Pädophiler unter ihnen befände und gegenseitige Verdächtigungen zunehmen.
Doch kaum jemand wird zum Handeln gezwungen, oft schluchzt jemand, ein anderer hakt nach, ein weiterer versucht mit belanglosen Small Talk abzulenken. Erst als jemand vor die Wahl gestellt wird, entweder einen aus der Gruppe zu töten, oder das Leben eines gefesselten Familienangehörigen (via Monitor zu sehen) zu riskieren, spitzt sich die Situation zu.
Allerdings wird zwischenzeitlich nicht ersichtlich, nach welchem Muster die Opfer bei völliger Dunkelheit kalt gemacht werden, etwa mit Gift, Messer im Auge oder gleich mehreren Stichen im Körper.
So fehlt dem Ganzen auf Dauer das Pfiffige, weil die Teilnehmer schlicht zu wenig zu bewältigen haben, auch wenn man versucht, eine defekte Kamera zu nutzen und mit einer Bastelei eine Mauer zu sprengen.
Leider gerät auch der Showdown ziemlich unspektakulär und wird schnell abgehakt, was jedoch eher negativ wiegt, ist die abschließende, überaus schwammige Erklärung für die ganze Veranstaltung.
Den Plot Twist hat man gewiss kommen sehen, einen erklärenden Hintergrund bleibt man dem Publikum jedoch schuldig.
Und so bleiben lediglich 14 Durchschnittsdarsteller in einem Raum, die mit Waffenteilen, einem halben Schlüssel und diversen Verdächtigungen, sowie Schuldzuweisungen nicht allzu viel in Sachen Spannung ausrichten können.
Nicht gänzlich dröge, aber eine deutliche Klasse schwächer als die oben erwähnten Beispiele.
5 von 10