Review

Leichenpfänder


Es gibt Filme, die will man einfach mehr mögen, als man es wirklich tut. „I Sell The Dead“ über zwei zum Tode verurteilte Leichenverscherbeler im Irland des 19. Jahrhundert ist genau ein solcher Fall. Irgendwo zwischen Hammer und „iZombie“ betritt diese Horrorcomedy eigentlich Land, auf das man gerne und viel zu selten seinen Fuß setzt. Stark besetzt, quirlig und kreativ, mit dem Versuch das meiste aus seinem sicherlich sehr überschaubaren Budget zu holen - nur um am Ende doch an seinen eigenen Ambitionen zu scheitern, unvollständig zu wirken und sich wahrscheinlich auch ein bisschen übernommen zu haben... 

„I Sell The Dead“ erzählt rückblickend ein paar Ausschnitte aus dem wilden Treiben zweier Kadaverfledderer. Oft komisch, liebenswert und erfrischend off beat, Dominic „Merry“ Monaghan kann man nur toll finden und die übernatürlichen Kurven gefallen ebenso wie die eingestreuten Comicstrips, die bizarren Figuren und die gotische Atmosphäre (obwohl auf Staten Island gedreht!). Nur leider wirkt das alles am Ende doch weit weniger homogen, fesselnd und filmisch, als man meinen könnte. Eher wie ein zahmes Best Of, ein okayes Bewerbungsvideo. Eine durchgängige Geschichte mit Zug kommt erst sehr spät bis gar nicht auf, es gibt deutlich zu wenig Höhepunkte und es fühlt sich einfach an, wie ein extrem übersichtliches Intro. Mehr leider nie. Das kann als nette Zwischenmahlzeit manchen reichen, ich ging jedoch mit dem Gefühl, dass hier so viel mehr drin gewesen wäre. Und ich eine weitaus größere, teurere und umfangreichere Fortsetzung liebend gerne sehen würde. Das kann man auch nicht über jeden mittelmäßig bewerteten Film sagen... 

Fazit: sympathisch, klein, kurz und... spärlich?! Eigentlich war alles angerichtet für einen lustigen Gruselstadl, aber „I Sell The Dead“ kommt über gute Ansätze und appetitanregende Andeutungen leider nicht hinaus, bleibt so auf Mittelmaß hängen und wirkt eher wie ein (gerade so gelungener) Serienauftakt und eine Zusammenstellung übersichtlicher Episoden aus dem Leben (und Sterben) zweier Grabräuber. Mit Wohlwollen schön - ich wollte aber, dass er wesentlich besser ist... 

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