Als Bigelows Krimithriller 1995 in den Kinos Premiere hatte, floppte er gewaltig.
Der Streifen traf damals nicht den „Nerv der Zeit“. Kritiker und Publikum konnten sich nicht anfreunden mit dieser düsteren Mixtur aus Thriller und Science-fiction-Film.
Der Streifen betrachtet die letzten Tage von 1999.
In den Straßen herrscht Gewalt und Chaos. Die Kriminalität ist extrem hoch. Der Schmelztiegel der verschiedenen Rassen und politischen Richtungen kocht über dem Siedepunkt. Die totale Zerstörung liegt in der Luft. Scheinbar einer alten Offenbarung folgend, wird sich die Menschheit zu Neujahr 2000 selbst vernichten.
In dieser Atmosphäre spielt dieser bemerkenswerte „Drogen“-Krimi mit Ralph Fiennes und Juliette Lewis.
SPOILER-ANFANG: Ein gesellschaftskritischer Rapper wird brutal hingerichtet.
Nero (Fiennes) ein Dealer, der mit süchtig machenden „Gedankenaufzeichnungen“ handelt und selbst davon abhängig geworden ist, wird in diesen Mord verstrickt, da man ihm Beweise zuspielt, die eindeutig zum Mörder führen. Doch die Drehungen und Wendungen der Story überraschen den Zuschauer immer und immer wieder. SPOILER-ENDE
Die Optik ist klar und hart, das Thema ist schwer verdaulich und bestimmt nicht jedermanns/fraus Sache. Der Zuschauer wird im Verlauf der extrem spannenden und actionreichen Storyline herausgefordert, sich zu konzentrieren und mitzufiebern. Das Finale ist großartig und mitreissend inszeniert.
Fazit: Viele Zuschauer waren 1995 noch nicht reif für diesen Film.
Jetzt, 10 Jahre später, präsentiert sich uns ein sehr gutes Thriller-Meisterwerk, das in Teilstücken schon längst von der Wirklichkeit eingeholt wurde.
Meiner Meinung nach war die Regisseurin Kathryn Bigelow (Blue Steel, Near Dark, Gefährliche Brandung etc.) bisher nie besser als bei diesem Streifen.
Klare 9 Punkte!