Review

Ich lasse das mal einfach über den Ticker laufen: Sex-Komödie...Road Trip...Hirnis...Titten!
Alle wach? Schön!
Also: Nr.476 aus der endlosen und immer wieder fortgesetzten Reihe um Dumpfbacken im Schul- oder Studentenalter, die durch eine endlose Wüste der Peinlichkeiten gehen müssen, um zum Stich oder zum Stoff zu kommen.
Im Falle von „Miss March“ handelt es sich eben um einen kompletten, aber dauergeilen Volltrottel und seinen enthaltsamen Kumpel, der nach einem Kellertreppensturz vier Jahre im Koma verbracht hat und nun die Liebe seines Lebens als Centerfold im „Playboy“ vorfindet und sie prompt zur Rede stellen will, was natürlich eine Durchquerung des amerikanischen Kontinents zur Folge hat.
Hier kann man dann nach Belieben peinliche oder gefährliche oder geschmacklose Ereignisse beifügen, bevor unsere Dumpfbacken schlußendlich ihre Lektion gelernt haben.

Ehrlich gesagt sind diese Filme dermaßen austauschbar, das es schwierig ist, sie überhaupt noch auseinander zu halten. Ein Differenzierungsfaktor dürften die Momente totalen Grossout-Humors, die Fäkal- und Sexspitzen sein, denn am Level der Geschmacklosigkeit mißt man im Youtube-Zeitalter eben die Halbwertszeit einer Szene.
Fassen wir also das Denkwürdigste des Films zusammen: ein Blowjob von einer Epileptikerin unter Stroboskoplicht, ein Schampusglas mit Hundepisse; ein Mann ohne Genitalien mit Röhrchen als Ersatz, ein wenig brutaler Slapstick mit dem ehemaligen Komaopfer und dessen explosiv auftretender Durchfall zur unpassensten Sendezeit.
Ansonsten gibt’s ein paar Titten und tatsächlich so etwas wie verbal bemühten Humor, sowie einige kuriose Situationen und Hugh Hefner müht sich um die Lebenslektion für den Abonnenten mit Dauerständer. Das Übliche halt.

Das Einzige, was diesen Streifen von filmgewordenem Exkrement wie „Mein verschärftes Wochenende“ unterscheidet, ist eine gewisse Sympathie, die man dem beknackten Treiben entgegen bringen kann. Trevor Moore schafft es tatsächlich noch, in gespielter Dauergeilheit das intellektuelle Nulllevel von Seann William Scott zu unterbieten, in dem ihm in der Rolle jegliche Bösartigkeit abgeht. Und Zach Gregger ist zwar als Eugene ein verklemmtes und weinerliches Weichei, aber nicht ganz so jämmerlich, wie er hätte ausfallen können.
Daß die beiden den Quark auch noch verfaßt haben und dann noch im Team Regie führten, nötigt einem da schon fast wieder Respekt ab.

Und ja, es ist tatsächlich für den denkenden Menschen möglich, hier so einige Male vor sich hin zu glucksen, denn bisweilen haben die Dialoge bzw. Monologe durchaus Witz und der nichtvorhandene Plot wird wirklich mit schnellstmöglicher Geschwindigkeit runtergerissen, damits nicht ganz so weh tut. Auch stimmt in einigen Szenen das Timing wirklich gut und man wird nicht allzu oft mit Geschmacklosigkeiten wie dem „Durchfall“ versehen (er kommt dreimal vor, aber man sieht ihn dankbarerweise nur einmal).
Dennoch richtet sich dieser spätpubertäre Autoausflug im Wesentlichen doch wieder nur an ein ebenso junges oder unreifes Publikum, das auch beim x-ten Aufwasch immer noch über peinliche Pimmelwitzchen gackern und kreischen kann. Solange sie dann beim nächsten Arthaus die Klappe halten... (3/10)

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