Review

Da hat wohl jemand „Mit stählerner Faust“ mit Jean-Claude van Damme gesehen und war so begeistert, dass er unbedingt eine Art Remake machen musste.
Wir erinnern uns: Van Damme spielt Cop Burke, der Serienkiller Sandman dingfest macht, er lässt sich inkognito in einen Knast einschleusen, in den ausgerechnet Sandman verlegt wird.
Auch hier heißt der Held Burke und wird in einen Knast eingeschleust, um illegalen Kämpfen nachzugehen, - ja, da wird man in jeder Hinsicht vor Überraschungen bewahrt, selbst der Showdown verlässt zu keiner Zeit die vorgefertigten Muster des Knast-Kloppers.

Ist auch gar nicht so schlimm, wenn man auf Gefängnisfilme mit Stereotypen steht und dabei nebenher ein wenig geprügelt wird und der feiste Direktor in Form von Stacy Keach auf den Faden eines Donald Sutherland in „Lock up“ wandelt.
Held Burke (Johnny Messner) bleibt indes ein wenig blass und erhält lediglich einen minimalen Hintergrund: Als Cop einen Kinderschänder aus dem Fenster geworfen (mit tödlichen Folgen), liebevoller Vater im Umgang mit seinem Sohn, liebt seine Frau und wird vom Kumpel und FBI-Mann Steve dazu angeheuert, sich in den Knast schleusen zu lassen, um Beweise für dort illegal ausgetragene Käfigkämpfe zu finden, die auch übers Internet übertragen werden.
Da ist das FBI mal wieder zu blöd, Internetverbindungen anzuzapfen, über deren Kanäle man problemlos an Übertragungsorte und deren Drahtzieher kommen könnte.
Okay, dann würde die Handlung als solche auch nicht funktionieren.

Tut sie ansonsten ohnehin nur leidlich, da man kaum ein Klischee auslässt.
Burke wird also als Häftling in den Knast eingeschleust, lernt gleich den Endgegner „Präsident“ kennen, muss sich gegen zwei Schläger des Direktors behaupten und nebenher um das neu eingelieferte Weichei kümmern.
Glücklicherweise dauert es nicht lange bis zum ersten Kampf.
Natürlich wird Burke gleich einem Härtetest unterzogen, da der Direktor sofort seinen Kämpfergeist geortet hat. Und es dürfte wohl kaum überraschen, dass dieser Fight nicht verloren geht.

Inszenatorisch hat man es eher mit dem Niveau einer TV-Produktion zu tun. Keine sonderlich versierte Kamera, nur etwas viele grelle Insert-Schnitte und dazu einen unauffälligen Score.
Die Käfigkämpfe sind immerhin einigermaßen blutig in Szene gesetzt, da wird so manche Blutkapsel verbraucht und auch die Choreographie ist stimmig.
Leider bietet niemand der Kämpfer eine spezielle Kampftechnik, das meiste ist ausgelegt auf einfache Boxhiebe, viele Wrestling-Moves und kleinere Kicks.
Dennoch können sich die Fights trotz ihrer Schlichtheit sehen lassen, auch wenn sie innerhalb des Gefüges ein wenig zu kurz kommen, besonders bezogen auf den Endkampf.

Denn das Drumherum nimmt trotz der knackigen Laufzeit von 82 Minuten doch eine Weile in Anspruch und auch wenn Keach als fieser Direktor brilliert, ist es nicht notwendig, auch dem einen Hintergrund zu verpassen, der über das Hinterträchtige hinausgeht.
Auch die familiären Interaktionen öden auf Dauer ein wenig an und erscheinen ohnehin unlogisch, denn es gibt keinen Grund für den FBI-Kumpel, die Ehefrau nicht einzuweihen und stattdessen Gefahr zu laufen, dass diese nebst Sohn ins Fadenkreuz der Gefängnisdirektion gerät.

Wenn man hingegen das Sujet von vornherein interessant findet und Gefängnisfilme dieser Art mag, wird man allenfalls von der Ideenlosigkeit in der Ausführung enttäuscht sein.
Denn ordentlich besetzt ist die Chose durchaus, das Erzähltempo geht im Gesamtbild in Ordnung und auch der Held trägt die Faust am rechten Fleck, wenn er auch nicht sonderlich markant erscheint.
Alles in allem ein unterhaltsamer Streifen, der sein Klientel aufs Minimale zufrieden stellen dürfte, darüber hinaus aber nichts bietet, was eine breite Masse anlocken könnte.
Ist tatsächlich nur ein relativ müder Mix aus „Mit stählerner Faust“ und „Lock up“, - wer beide Streifen mag, könnte hingegen einen Blick riskieren, hinter dem nicht allzu große Erwartungen stecken.
6 von 10

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