*** SPOILERWARNUNG ***
Das Jahr 3028. Die außerirdischen Drej greifen die Erde an, denn auf dieser wurde das Projekt „Titan“ realisiert. Mit diesem kann Professor Sam Tucker während des Angriffs von der Erde entkommen und lässt dabei seinen Sohn Cale zurück. Fünfzehn Jahre später ist die Menschheit nahezu ausgestorben, Cale verdingt sich beim Bergen von Wracks und wird in eine Mission hineingezogen, die dem Auffinden des Schiffs „Titan“ und der Rettung der Menschheit gilt.
Optisch wird zwar einiges geboten, aber es bleibt auf mehreren Ebenen unausgegoren. Die für die Zeit noch okayen Computeranimationen wirken heute technisch unattraktiv, ruckelig und im Verhältnis zum klassischen Zeichentrick wie ein Fremdkörper. Denn man hat es nicht erreicht, dass beide Stile harmonisch ineinandergreifen. Unharmonisch ist auch das Figurendesign. Die Bewegungen wirken unnatürlich, gleiches gilt für die Mimik. Kaum eine Szene, die somit nicht aus dem Geschehen reißt. Wenn es in den Weltraum geht, sieht das Ganze allerdings schon besser aus. Hier kann „Titan A.E.“ hübsche Bilder liefern. Nur sobald etwas lebt, wird es kritisch. Das gilt auch für das Design der Aliens. Sowohl auf Seiten der Verbündeten als auch die Drej betreffend spricht mich da kaum etwas an. Was sich aber gut macht, ist der Umgang mit der Hintergrund(un)schärfe, insbesondere bei der Bewegung von Charakteren durch den Raum, was der Optik mehr Tiefe verleiht.
Inwieweit die Schließung der Fox Animation Studios, die sich während der Produktion des Films vollzog, hier einen Einfluss hatte, kann man nicht wissen. Viele Sequenzen wurden somit während der Erstellung fremdvergeben.
Die Geschichte selbst gibt sich, ist sie auch nicht sehr komplex, erst mal überraschend kinderunfreundlich. Da wird gleich in den ersten Minuten mal die Erde vernichtet, auch die Flucht überleben nicht alle. Der Rest ist eine Schnitzeljagd durch's All, die Suche nach der Titan und die Flucht vor den Drej. Warum die Drej all dies tun, wird nicht näher erläutert. Sie fürchten, was aus den Menschen werden wird. Falls sie sich heutzutage mal auf dem Planeten umsehen würden, dürften sie allerdings beruhigt sein.
Das Drehbuch mutet auch immer wieder Ungereimtheiten zu, da geschehen Dinge einfach sprunghaft und schwupps – Akima steht auf Cale. Warum auch immer, denn dieser ist emotional im Teeniealter stecken geblieben. Nachdem Korso Gune bewusstlos schlägt, sitzt dieser später wieder an seinem Platz als wäre nichts passiert.
In regelmäßigen Abständen werden Rocksongs aus der Jahrtausendwende eingestreut, im Gegensatz dazu hat der Score von Graeme Revell sogar ein paar richtig gute Sequenzen.
Vielleicht wäre „Titan A. E.“ als Realfilm, als der er mal angedacht war, besser gelungen. Man sieht das Potential und erahnt die Mühen, die man in das Projekt gesteckt hat. Das Ergebnis überzeugt dann aber nicht und ist in seiner Präsentation unausgegoren. Die Geschichte bietet spannende Ansätze, die Figuren sind vom Reißbrett. Insgesamt nur Durchschnitt, trotz des sichtbaren Aufwands.