Review

„Army-Horror“, das impliziert solche Streifen wie „Dog Soldiers“ oder „The Bunker“, wobei dieser ein wenig in der Mitte von beiden angesiedelt ist.
Hier ist es eine Truppe an der Grenze zu Nordkorea, die den mysteriösen Tod einer kompletten Einheit untersucht. Klingt auf dem Papier angenehm klaustrophobisch, entwickelt sich jedoch innerhalb seiner 116 Minuten Laufzeit zu einer oft zähen und einseitigen Angelegenheit.

Das ist insofern schade, da die Darsteller mit Engagement bei der Sache sind und glaubhaft agieren ohne ins Overacting abzudriften und dem Ganzen auf handwerklicher Ebene trotz geringen Budgets nichts vorzuwerfen ist.
Doch irgendwann ist man der zahlreichen Rückblenden überdrüssig und die Eindimensionalität des Treibens, nachdem das große Geheimnis bereits früh gelüftet wird, erfährt gegen Ende unpassende Melodramatik, anstatt mit einem spannenden Showdown aufzuwarten.

Man merkt Regisseur Kong allerdings seine Abneigung gegen das Militär an, dessen Strenge und knallharte Disziplin er den Spiegel vorhält. Wo zunächst klare Strukturen herrschen und Kompetenzgerangel schnell abgewürgt wird, herrscht später ein heilloses Chaos, denn nachdem sich einzelne Figuren auf unerklärliche Weise verändern und wie unter fremden Einfluss zu aggressiven Typen mutieren, richten sie die Waffe auch gegen Vorgesetzte und am Ende ist es mit dem Respekt völlig dahin.
Dieser Aspekt ist gut herausgearbeitet und zählt zu den leider rar gesäten Höhepunkten.

Zu Beginn, als man noch völlig im Dunkeln tappt, wer oder was die Soldaten eliminiert hat, herrscht eine solide Gruselatmosphäre. Etwa, als einer nach dem kläffenden Wachhund sehen soll oder ein Totgeglaubter starr vor der neuen Truppe steht.
In solchen Momenten punkten das Spiel mit Licht und Schatten, die latent klaustrophobische Stimmung und die karg ausgestatteten Sets der bunkerartigen Festung.
Als die unbekannte Bedrohung jedoch immer deutlichere Gestalt annimmt, weichen jene Zutaten zulasten sich stets wiederholender Elemente, was fast schon Langeweile hervorruft.

Auch wenn ein paar derbe Gewaltszenen mit guten Effekten versehen wurden und beispielsweise einer überrollt wird und ein anderer sich selbst die Hand blutig knüppelt, so läuft die Sache doch lediglich nach dem Schema ab: Soldat dreht durch, soll beruhigt werden und wird weggesperrt oder stirbt.
Was der Sache zusätzlich Drive raubt, sind die Flashbacks, die nahezu die Hälfte des Geschehens in Anspruch nehmen und zudem häufig verwirren, - je nach Sicht des Erzählers.
Final wird zwar noch ordentlich durch die Gegend geballert und eine Explosion eingeleitet, doch die plötzliche Wendung zum Emotionalen nimmt man der Konstellation nach so langer Zeit auch nicht mehr ab.

Somit fällt der Streifen kaum mitreißend aus und vermag nur solange zu unterhalten, wie das Mysteriöse noch nicht entzaubert ist. Danach entfaltet sich die Sache oft behäbig und weiß nicht schnell genug auf den Punkt zu kommen.
In seiner Inszenierung stimmig und konsequent, wirkt er am Ende zu aufgeblasen, um den dürftigen Twist so ausladend zu präsentieren.
5 von 10

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