Review

Die originale Proteinbombe

Ein (halb-)deutsches, frisch gebackenes Ehepaar macht in den Flitterwochen einen Roadtrip durch den Süden der USA. Doch nach einem liebestollen Motelnachmittag in New Mexiko wird der Mann von einem mysteriösen Krankenwagen (?!) entführt - wonach die junge Frau schleunigst panisch, halbnackt und alleine zum nächsten Anhalter rennt… 

Highways & Hirngespinste

Roadtrip, Kidnapthriller, Mysterybox, Slasher, Krimi, Gedankenlabyrinth, Moodpiece, Organhandelmafiahumbug, Backwoodbrummi, UFO-Schauplatz, Neo Western, Sleazefest, Hit und Gähner zugleich… „Fleisch“ ist schon ein komischer Kauz von Genrekreuzung, wie er fast nur in den 70ern entstehen konnte. Erst recht aus Deutschland. Verrückt! Irgendwo zwischen „Hitcher“, „Spoorloos“ und „The Hearse“ geben sich tolle Momente und fast schon hypnotisch langweilige Passagen die Kfz-Klinke in die Hand. Zum Glück gibt's für mich genug, was einen über diese Dürrephasen hievt. Die attraktive Hauptdame. Die erhabenen Landschaften des amerikanischen Südwesten. Das Mysterium um den ganzen Potpourri und wohin das Ganze denn nun im Endeffekt geht. Wer seine Gedärme zurückbekommt und wer nicht. Wofür es Erklärungen gibt und wofür nicht. Das plätschert gerade im Mittelteil schon arg vor sich hin. Aber wie gesagt, durch seine schwitzige Aura und komplette Benommenheit, Unberechenbarkeit, ja auch Räudigkeit halte ich das gut durch… Aber dafür kann ich bei euch nicht garantieren. Doch egal wie einschläfernd er phasenweise auch auf manche wirken könnte - dass so etwas Ruppiges und Weirdes und Kreatives eine durch und durch deutsche (!) Produktion aus 1979 (!!) für's TV-Programm (!!!) ist, darüber kann man nur staunen! 

Flitterwochen des Todes

Fazit: Ein waschechter deutscher Grindhousesemiklassiker… und das für's Fernsehen… psychedelische Paranoia… Ein paar echt coole Songs. Teils absolut angsteinjagend, teils vollkommen bizarr, mäandernde Faszination… Eine Fahrt ins Nirgendwo… Was war das denn, bitte?! Die inneren Werte zählen!

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