Die "Banned! in America"-Reihe soll dem Zuschauer Szenen präsentieren, die für das Fernsehen als zu hart gelten. Mit folgendem Slogan wird für diese Filme geworben:
"This is what they can´t show you on broadcast television:
Brutal acts of ultraviolence, graphic police chaces, horrific accidents and some extremely bizarre people!"
Die Macher von "Banned in America" begründen ihr Tun damit , dass der Zuschauer das Recht haben sollte, solche Bilder der Gewalt zu konsumieren. Ferner wird die (angeblich) ungerechte Zensur dieser Szenen angeprangert. Ich brauche an dieser Stelle wohl nicht zu betonen, dass es sich hierbei um ziemlich dämliche Rechtfertigungen eines harten Real-Gore-Mondo handelt...
Für nur 50 Minuten Laufzeit hat "Banned in America" einiges an Abartigkeiten zu bieten, u.a. zwei Selbstmorde (Headshots) mit großkalibrigen Waffen, Tierquälerei und Tierschlachterei, den Mann mit den dicksten Hoden der Welt, Exekutionen, Sniper shots, Verfolgungsjagden mit tragischen Ausgängen, unverantwortungsvolles menschliches Handeln etc.
Begleitet werden die Bilder von einem Kommentator, dessen Stimme ausnahmsweise mal nicht verzerrt wurde. Obendrein untermalt wirkliche grausige Industrialmusik das Gezeigte.
Stellt euch in diesem Kontext mal einen sehr langen, monotonen und anspruchslosen Industrial-Track vor, der mit einer unglaublichen BPM (Beats per minute) Frequenz voranschreitet.
Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern nervt der Kommentator "weniger", da er sich mit seinen Ausführungen zurückhält und zu jeder Szene nur ein paar Zeilen beisteuert. Ich glaube jedoch nicht, dass er das, was er verzapft, auch ernst meint. Vor allem gegen Ende hält sich die Lächerlichkeit nicht mehr in Grenzen, dort wird nämlich "bedauert" (ja, ihr habt richtig gehört!), dass man sich mit einem Mausklick Schreckensbilder aus dem Internet runterladen kann. Mehr Heuchlerei ist ja wohl kaum zu übertreffen oder? Die Macher von "Banned" verdienen in leicht veränderter Form gerade dadurch ihr schmutziges Geld!
Nun weiß ich nicht, ob die Personen, die hinter dieser Reihe stecken wirklich so strunzdoof sind, dass sie diesen krassen Gegensatz nicht wahrgenommen haben, oder den Zuschauer einfach nur für einen Grenzdebilen halten, dessen Gehirn durch die tagtägliche Mondo-Bestrahlung nicht mehr reflexionsfähig ist.
Kommen wir jetzt zu der Mondofilm-Diskussion schlechthin, die ich aber persönlich für komplett irrelevant halte: Fake oder nicht Fake? (Falls es mir in den Sinn kommen sollte noch einige Reviews über Real-Gore-Filme zu schreiben, werde ich auch so kulant sein, meine Meinung in diesem Kontext publik zu machen.)
Einige von euch wird es sicherlich nicht erstaunen, dass diverse Szenen schon in anderen Genrevertretern zu sehen waren. Die Macher von "Banned! In America" haben nur das Beste geklaut. Beispielsweise sieht man eine Erschießung, die bereits in dem seriösen Film "Executions" zu bestaunen war. Das Opfer windet sich in dieser Szene mit einem (von den Kugeln) zerplatztem Gesicht am Boden und ringt nach Luft. Für diesen Teil spreche ich das "Subway-Echtheitszertifikat" aus.
Andere Ausschnitte wurden aus der "Faces of Death"-Reihe entnommen. Die Tierschlachtungen in "Banned" stammen aus dem Original FODI. Auch eine schiefgegangene Bobenentschärfung stammt entweder aus FODII; FODIII oder FOD IV (kein Plan, ist schon lange her).
Auch diesen Stellen kann man meines Erachtens das Echtheitszertifikat zugestehen.
Auf der anderen Seite wirkt eine Abtrennung der Körperglieder zur Bestrafung eines Kriminellen auf mich eindeutig gestellt...
Summa Summaris schätze ich mal, dass die echten Szenen 80% des Films ausmachen.
Ich habe an dieser Stelle dem Film "Banned! In America" schon viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt, als er eigentlich verdient. Aus jedem Gesichtspunkt aus betrachtet, kann man nur zur folgenden Konsequenz gelangen:
Furchtbar mies!
Warum können sich die Macher dieser Filme nicht mal die unpassende Musik und die inhaltslosen Kommentare sparen? Ich als Zuschauer würde den Film sofort intensiver wahrnehmen und wäre auch bereit, nur für die Schreckensbilder, bei der OFDb schon 3 Punkte zu verleihen...
Das Minimum 1/10