Review

Banned! In America V - The Final Chapter

Von den Braindamage Jungs, die neben massenhaften Amateursplatterfilmen vorallem für ihre Shockumentary Serien "Traces Of Death" oder "Facez Of Death" (aka "Gesichter Des Todes 2000) bekannt sind, musste ich mir heute einen weiteren Eintrag in das unnötigste Genre ever antun - nämlich einen Teil der sechsteiligen "Banned! In America" Reihe. "Müssen" ist relativ, denn eigentlich ist das lediglich mal wieder meinem Sammelwahn verschuldet, denn besagte Filme wurden (bis auf Teil 6) vor wenigen Monaten auf Liste B indiziert. Und wenn man einige "Gesichter Des Todes" Vertreter oder an "Faces Of Gore" denkt, weiß man, dass deutsche Behörden bei solchen Werken gerne zur ihren Mistgabeln und Fackeln greifen. Und bevor das Zeugs wirklich noch beschlagnahmt wird und man wieder gespannt auf etwaige Schriebe des örtlichen Zollamts warten muss, habe ich mir die Reihe eben jetzt gleich mal geordert. Aber gut, werfen wir mal einen Blick auf "Banned! In America 5", was wahrscheinlich meine einzige Review zu dieser Reihe sein wird. Denn hat man einen gesehen ... naja, ihr wisst schon.

Man kann es kurz machen: im Vergleich zu "Traces Of Death 2 - 5" dudelt im Hintergrund kein Death-Metal (schade eigentlich) und im Vergleich zu "Gesichter Des Todes" sind keine Fakes auszumachen. Man fährt hier eigentlich auch eher die "Faces Of Gore" Schiene und zwar in der Hinsicht, dass man weniger die eigentlichen Taten / Verbrechen zeigt, sondern mehr mit Aufnahmen von Fernseh-/ Rettungsteams arbeitet, welche natürlich erst im Nachhinein gemacht worden sind. 
Es soll jetzt zwar nicht bedeuten, dass der Film dadurch weniger heftig ist (denn für die meisten wird schon das entschieden zu weit gehen), sondern ist eher als Hinweis darauf gemeint, dass man sich zumindest teilweise auf sein Vorhaben besonnen hat. Dieses war, verbotene oder gebannte Aufnahmen aus dem Fernsehen zu zeigen, die aus (Jugend)schutzgründen nicht gezeigt werden durften ... das sagt zumindest das Cover. Warum man dann zwischendurch aber Aufnahmen aus dem asiatischen Raum, Bild von Homepages samt Wasserzeichen mitten drauf, oder deformierte Babies zur Schaut stellt, sei jedoch mal dahingestellt.

Es ist halt wie immer: Unter dem Vorwand einer Dokumentation, wird einfach versucht, den krassesten Shit seit dem letzten ober-krassen Shit zusammenzuschneiden. Dass das Ganze weder unterhaltend (natürlich nicht), noch aufklärend oder in irgendeiner Weise nützlich ist, scheint den Machern egal zu sein. Doppelt traurig ist dann, dass aufrüttelnde Dokumentationen, wie die sehr extreme "Executions", dabei in den Verruf geraten, auch nur hirnlose und moralisch fragwürdige "Unterhaltung" für Gestörte zu sein.
Auch bei "Banned! In America" hätte man wirklich dem dokumentarischen Vorwand entsprechen müssen und möglicherweise echt Dinge zu zeigen, die nachweisbar aus den Nachrichtendiensten und Sendeanstalten herausgestrichen wurden. Das wäre zum einen auch abseits des rein voyeuristischen Interesses interessant gewesen. Aber halt, ich vergaß: dazu hätte man ja Recherche betreiben müssen und möglicherweise das schnelle Geld verpasst.

Und wie bewerte ich jetzt das Alles? Hätten Labels wie Retrofilm, die in Horrorfilmsammlungen ihren festen Platz haben, nicht auch schon "Best Of Gesichter Des Todes" veröffentlicht, würde ich wahrscheinlich nichtmal eine Kritik schreiben. Denn fakt ist, dass solche Filme in einer absoluten (moralischen) Grauzone liegen. Fakt ist aber auch, dass sie auch nur nach §131 StGb beschlagnahmt werden, genauso wie es fiktiven Meisterwerken wie "Day Of The Dead" ergangen ist. Ob man sowas moralisch vertreten kann, sollte absolut jedem selber überlassen werden, aber es scheint ja wirklich einen Absatzmarkt für solche Filme zu geben. Ich selbst will mich da auch überhaupt nicht rausreden, denn gekauft hab ich die Dinger auch. Ob alle anderen Käufer auch "nur" aufgrund von Sammlungszwecken zugeschlagen haben, oder ob es wirklich so gestörte Menschen gibt, die solche Gewaltfilmchen ernsthaft abfeiern, kann ich nicht beurteilen.
Wie immer bewerte ich Filme danach wie sehr sie mir gefallen haben, oder wie ich sie im Vergleich zu anderen Vertretern ihrer Zunft fand. Im Falle von "Banned! In America 5" ist das gleichermaßen schwer wie einfach: Objektiv 0 Punkte, subjektiv eigentlich auch, aber ich muss schon zugeben, dass der Film im Vergleich zu anderen vergleichbaren Streifen, nichts großartig anders oder falsch macht. Dieser Aspekt, zusammen mit der Tatsache, dass man als aufgeklärter und reflektierenden Bürger, selbst aus so wahllos zusammengesetzten Szenen menschlichen Leides, gewisse Hintergrundinformationen oder Wissen herausziehen kann, vergebe ich 3 Punkte. 

3/10

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