Mit überhöhter Geschwindigkeit und ordentlich Promille im Blut braust eine Gruppe junger Leute des nachts durch eine entlegene Gegend und direkt in einen Fußgänger. Ein Krankenwagen rückt an, ohne dass ihn irgendjemand gerufen hat, und bugsiert die verschreckte Partyposse samt Unfallopfer in ein Krankenhaus, in dem nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen scheint…
Lasst euch von dem Titel nicht einschüchtern: „Autopsy“ ist kein knochentrocken und bitterernst aufgezogener Leichenfledder-Sicko im Stile von „Aftermath“ oder „Weg nach Eden“, sondern einfach Low-Budget-Krankenhaushorror, dafür aber einer von der härteren Sorte.
Genau! Die FX sind so ungefähr das Beste an dem Film. Der Gore ist mitunter sagenhaft hart und es spritzt nicht nur so ein bisschen Blut, sondern schon am laufenden Band. Unter den Highlights:
- ein Arzt, der einer Tusse mit einem manuell betriebenen Bohrer den Schädel knackt,
- ein Kerl, dessen Innereien im Körperwelten-Stil als riesiges von der Decke hängendes Mobile
arrangiert sind,
- außerdem trifft man hier auf die Kopie der Feuerlöscher-Szene aus „Irreversible“.
Des Weiteren ufert die eine oder andere medizinische Untersuchung schon mal in ein Blutbad aus.
Der Streifen erinnert zu Beginn an „Laid to Rest“, der im Grunde ja auch nur ultraherbe Effekte, ansonsten aber keinerlei Story bot. Trotz dünner Story schneidet „Autopsy“ aber weitaus besser ab. Dank flottem Erzähltempo wird es nie langweilig, mehr noch: es kommt sogar echte Spannung auf und es werden Schock-Momente geliefert, die tatsächlich durch Mark und Bein gehen. Darüber hinaus versprüht „Autopsy“ einen Hauch von „Haunted House“-Feeling, da es den Charakteren einfach ums Verrecken nicht gelingt, dem Krankenhaus zu entfliehen.
Unter den Akteuren finden sich einige bekannte Gesichter, wie z.B. Robert Patrick, der den T-1000 in “Terminator 2” mimte, und Jenette Goldstein, besser bekannt als „Vasquez“ aus „Aliens – Die Rückkehr“.
Für’s Auge gibt’s natürlich noch die obligatorischen drallbusigen Jungdarstellerinnen.
“Doctor, Am I Going to Be Okay?“
- “I Don’t Think So.”
Fazit:
„Hostel“ goes Krankenhaus-Horror! Wo „Dr. Giggles“ und „X-Ray“ splattertechnisch aufhörten, hält „Autopsy“ noch mal ordentlich die Knochensäge drauf.
Im Grunde kein übermäßig guter Streifen, da inhaltlich wie auch technisch Verbesserungsbedarf besteht. Für Gerne-Fans und Splatterheads aber definitiv eine Empfehlung.
Ich mach dich Krankenhaus, dann siehst du Scheiße aus!