Nachdem es in jüngerer Zeit um leer stehende Krankenhäuser als Schauplatz für Horrorfilme ein wenig mau geworden ist, kommt mit dem fiesen Beitrag von Adam Gierasch wieder Leben in die sterile Bude. Von Autopsien ist man zwar ein wenig entfernt, doch das heißt nicht, dass der Splatterfreund auf halbem Wege verhungert, - im Gegenteil: Derb, niederträchtig und phasenweise sogar ins Groteske hinein reichen die unzähligen Gewalteinlagen, welche komplett ohne Computereffekte auskommen.
Obgleich die fünf Teens um Emily, welche gerade auf dem Rückweg vom Mardi Gras unterwegs sind, wissen müssten, dass Fremde nie in einem Krankenwagen mitfahren dürfen.
Aber nun sind sie drin, weil zwei Sanitäter den offensichtlich überfahrenen Mann zurück ins Mercy Hospital bringen wollen. Doch der hier praktizierende Arzt Dr. Benway interessiert sich wenig für die Anliegen der Patienten…
Von Ärzten die töten wollen und dem einsamen Hospital, umgeben von Dauergewitter, erzählt diese Geschichte, die sich schlicht den üblichen Mustern eines Slashers bedient.
Reihum werden die weniger etablierten Figuren in einen Operationsraum verfrachtet, während Emily, die zumindest mal ein wenig Medizin studiert hat, von Beginn an kaum klein zu kriegen ist. Gemeinsam mit dem weniger verlässlichen Jude, der lange unter den Folgen einer nicht ganz uneigennützigen Psycho-Pille leidet, kämpft sie gegen zwei Ex-Sträflinge in Pfleger-Montur, eine hinterhältige Oberschwester und jenen Arzt, der ja eigentlich nur seine schwerkranke Frau mit ungewöhnlichen Maßnahmen zu retten versucht.
Sobald sich die Teens auf der einsamen Landstraße befinden, gewinnt die Sache an Fahrt und Atmosphäre. Besonders die kargen Gänge, die langen Flure und die vielen medizinischen Instrumente sorgen mithilfe einer gespenstischen Beleuchtung für Gänsehaut.
Hinzu kommt natürlich die morbide Vorstellung, was in jenen Räumlichkeiten des eigentlich still gelegten Krankenhauses vor sich gehen mag, da unsere Gruppe nicht die ersten Opfer bildet, denn ein paar abwesend wirkende Gestalten in Nachthemd tauchen immer mal wieder auf.
Derweil schwankt die Stimmung zwischen surreal, mordsmäßig spannend und niederträchtig, gespickt mit überaus makaberem Humor. Zwischendurch weiß man oftmals nicht, ob man schmunzeln soll, oder ob der fiese Unterton ein leichtes Grummeln in der Magengegend verursacht.
Besonders die handgemachten Gewaltausbrüche in grundsolider Qualität sorgen für recht markante Momente. Angefangen von einem langen Glassplitter unter der Bauchdecke, über das Zertrümmern eines Schädels mit Sauerstoffflasche, der Entnahme einiger Organe, einem abgetrennten Arm, den zahlreichen Leichenteilen bei der Säuberung oder einem Handbohrer in der Schädeldecke (fies, wie sich die Haare drin verwickeln) ist das die volle Packung für Splatterfreunde und Anhänger unverhohlen dargestellter Grausamkeiten.
Die ordentlichen agierenden Mimen profitieren ebenfalls von dem schnörkellosen Skript und erlauben auch einigen Freiraum für Overacting seitens der Pfleger, geben den jeweiligen Opfern jedoch die Möglichkeit ihren Schmerz und ihre Verzweiflung lauthals zum Ausdruck zu bringen. Zudem macht Jessica Lowndes in der Hauptrolle eine hübsche Figur, von der man sich frühzeitig wünscht, dass selbige verschont bleiben möge, während der auffällig tätowierte Robert LaSardo und noch stärker Michael Bowen als sadistische Quälgeister überzeugen.
Hier ist der Titel zwar nicht Programm, doch wer Fieses vermutet, liegt im Grunde goldrichtig. Zwischen Folter, operativen Eingriffen, Verschanzen, Weglaufen und Gegenangriffen kommt überhaupt keine Langeweile auf und selbst der etwas eindimensionale Ablauf wird von den sauberen Effekten, den ordentlichen darstellerischen Leistungen und der beklemmend-bizarren Grundstimmung voll wett gemacht.
Klare Empfehlung für alle Horror - und insbesondere Splatterfans.
7 von 10