Endlich! Endlich! Endlich!
Das war aber auch mal wieder an der Zeit, dass der Billig-Horror-Bereich mal wieder eine Perle vom Stapel lässt. Und um nichts anderes handelt es sich bei Autopsy!
Wie man ja auch schon aus den anderen Rezensionen hier und wo auch immer herauslesen kann, wird das Rad hier nicht gerade neu erfunden und finanziell auch keine großer Aufwand betrieben. So bleibt es zunächst sehr erstaunlich, dass Robert Patrick in solch einem Film auftaucht, aber das ist weder ein großer Pluspunkt noch stört es. Er liefert zusammen mit dem restlichen Cast eine brauchbare Vorstellung ab. Helden des Films sind für mich aber die beiden "Pfleger". Das Schlachtmaterial bleibt austauschbar, aber wird zumindest soweit eingeführt, dass man Sympathien verteilen kann. Mehr braucht es ja auch nicht. Den Rest machen die kreativen Köpfe hinter den Kameras dann schon.
Soundtrack und Kamera sind durchweg okay und haben einige durchaus starke Momente. Die Regie treibt das Geschehen mit ansehnlichem Tempo voran und so kommt erst gar keine Langeweile auf. Sogar ein Hauch von Mystery wird aus der rundum gelungenen Atmosphäre des vermeintlich verlassenen Krankenhauses geschöpft. Vor allem aber ist das Umfeld eins, nämlich abgedreht und total sick! Ob Arzt und Frau, Pfleger, Krankenschwester oder "Patienten" - alles schön durch und gut in Szene gesetzt. Auch lernt man erfreulich viel über Anatomie (innerer und äußerer Blutkreislauf ;-)) und Medizin. Ich halte das meiste davon allerdings für ausgesprochenen Schwachsinn (hört, hört) aber damit passt es dann wohl zu den Köpfen, die den Kram ausgebrütet haben! Außerdem macht es Spaß und füttert den Gorehound!
Wer also mit einem billigen Look klarkommt und nicht viele Ansprüche an Inhalte und Logik und so Zeugs stellt, der wird hier bestens mit einem herrlichen kleinen Schlachtfest bedient. Der Film ist zwar durch und durch ernst, aber man meint hinter jeder Szene das Team zu vernehmen, wie es gerade bereatschlagt, wie man die und die Szene vielleicht noch ein bisschen kranker gestalten könnte. Und genau diesen Spaß merkt man dem Film durchweg an. Man kann also durchaus sagen, dass der Film sich trotz der nötigen Ernsthaftigkeit keinesfalls zu Ernst nimmt.
Gorehounds müssen den Film unbedingt antesten, Horrorfans sollten mal einen Blick riskieren und alle anderen sind auf eigene Gefahr herzlich eingeladen. Voraussetzung ist die Bereitschaft, abseits des Mainstream zu wandeln! Denn wer hier mit denselben Ansprüchen herangeht wie bei einem Kinobesuch, der wird hier eine dicke Überraschung (höchstwahrscheinlich unliebsam) erleben.
Mich hat der Film positiv überrascht und ich vergebe 7 Punkte, wobei die 8 nur ganz knapp verfehlt wurde. Schade, dass solche herrlich altmodischen Filme so selten geworden sind. Handgemachte Splattereffekte sind einfach was besonderes. Wenn dann auch noch die Bilder und die Beleuchtung stimmen und die Schauspieler keine all zu großen Flachpfeifen sind, hat man doch schon fast einen Gewinner. Verstehe nicht, warum das nicht öfter passiert...wahrscheinlich ist das doch alles gar nicht so einfach wie die Filme selbst im Endeffekt dann immer wirken. Einfach ist ja nicht schlecht, nur effektiv muss das ganze sein. Und ich glaube nicht, dass allgemein die Ansprüche der Horrorfans zu groß sind, oder?