Review

"Doktor, werde ich wieder gesund?" ... "Ich glaube nicht."

Nach ausgelassenen Feierlichkeiten verursacht eine Gruppe 5 junger Menschen einen Autounfall, bei dem eine unbekannte Person zu Schaden kommt. Nur kurze Zeit später ist ein Krankenwagen zur Stelle. Die beiden Sanitäter Scott (Robert Lasardo) und Travis (Michael Bowen) nehmen sich Unfallopfer und Verursachern an und bringen sie in das abgelegene Mercy Krankenhaus. Der dort anwesende Chefarzt Dr. Benway (Robert Patrick) nutzt das längst geschlossene Hospital aber nicht für die Behandlung von Patienten, sondern zu eigensinnigen Experimente.

"Autopsy" zu kategorisieren fällt schwer. Der Horror-Thriller enthält einige immens drastische Szenen, die sich dauerhaft in den Kopf einbrennen könnten, wäre da nicht seine skurrile Aufmachung. Unglaubwürdige Handlungen der Figuren und eine gute Portion Trash gehören zwar zu den Standards des Genre, für gewöhnlich spezialisiert sich ein Horrorfilm jedoch in eine Richtung. "Autopsy" hangelt aber irgendwo zwischen neumodischem Torture-Porn, sinnfreiem Teenie-Slasher und klassischem Oldschool-Horror entlang und ist daher schwer erfassbar.

Die Handlung beschränkt sich auf ein Grundgerüst zur üblichen systematischen Reduzierung seiner Protagonisten. Nach einem flott inszenierten Vorspann, in dem sich die Hauptcharaktere noch sichtlich amüsieren, schwenkt die Geschichte recht schnell zum eigentlichen Handlungsort, dem Krankenhaus, um. Nur selten wird die doch so offensichtliche Möglichkeit, aus den sterilen Kulissen ein bedrohliches Umfeld zu machen, genutzt. Ein paar merkwürdige Personen hier, ein paar Gewittereffekte dort, das wars auch schon.
Das immer gleiche herum irren der Protagonisten in unglaubwürdig beleuchteten Krankenhausfluren lässt die Spannung zwischen den vereinzelten Höhen immer wieder abfallen. Charaktere bleiben blass und insbesonders das Verhalten der Antagonisten verleiht "Autopsy" ein trashiges Feeling. Neben zahlreichen Standardsituationen bleibt auch der unbefriedigende Schluss negativ in Erinnerung.

Ganz anders verhält es sich bei den blutigen Details. "Autopsy" ist enorm zeigefreudig und präsentiert sein Ekelszenario fast gänzlich ohne die Unterstützung von digitalen Effekten. Die handgefertigten Spezialeffekte sind eindeutig das Highlight des Films. Ohne Scheu visualisiert der Horror-Thriller abgetrennte Körperteile, eingedellte Köpfe, die Ausweidung von Personen und jede Menge Organe.

Auf die Fähigkeiten der bekannten Schauspieler Robert Patrick ("Akte X", "Terminator 2"), Michael Bowen ("Kill Bill", "Lost"), Robert LaSardo ("Death Race") sowie Jenette Goldstein ("Aliens - Die Rückkehr") greift "Autopsy" nicht zurück. Zur einzigen Identifikationsfigur wird Jessica Lowndes ("90210"), die allerdings, wie der Rest der Jungdarsteller, austauschbar bleibt.

Gesamt gesehen hinterlässt "Autopsy" einen sehr mäßigen Eindruck. Die Tatsache, dass der Film nicht so recht weiß, welchen Weg er gehen möchte, wird ihm zum Verhängnis. Die skurril schwarzhumorigen Szenen passen sich nicht den erschreckend drastischen Sequenzen an. Dadurch verursacht er ein emotionales Chaos und verkommt zu einem kaum ernstzunehmenden Erlebnis. Durch Ideenlosigkeit und Trash bleibt der Horror-Thriller weitgehend spannungsarm. Einzig die Ekeleffekte können hier überzeugen.

3 / 10

Details
Ähnliche Filme