Was geschahen eigentlich vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg noch für Greueltaten abseits der Nazis? Diese Frage mag wohl Edvins Snore angetrieben haben einmal in der relativ unbeleuchtet gebliebenen Vergangenheit des damaligen Stalin-Regimes zu wühlen. 10 Jahre lang durchsuchte er Archive, fand verborgenes Filmmaterial und befragte Historiker und Zeitzeugen. Das Ergebnis ist die Produktion "Soviet Story", ein erschreckend aufwühlender Dokumentarfilm aus Lettland der die Geschichte aus einem zwar bekannten aber doch eher relativ unpopulären Blickwinkel beleuchtet.
Zusammenhänge zwischen Stalins Pseudokommunismus und des damaligen Nationalsozialistischen Regimes in Deutschland werden deutlich die man zwar immer geahnt und irgendwo auch gewußt hat (siehe Hitler-Stalin-Pakt), aber nie so klar herausgearbeitet und vergleichend präsentiert bekommen hat. Gerade der damalige "Alliierte" UdSSR bekommt doch eine kräftige Ohrfeige, kein Wunder daß die Russen die Darstellung des Filmes aufs heftigste Dementieren und Absprachen zwischen Hitler und Stalin leugnen.
Edvins Snore sieht sich tatsächlich stärkster Angriffe durch die russische Politik ausgesetzt, die den ganzen Film als Lüge darstellt und sowohl Aussagen von Zeitzeugen und Historikern anzweifelt als auch dokumentarische Beweise als gefälscht bezeichnet. Umso wichtiger scheint es daher den Film zu sehen, denn mehr als für die westliche Welt längst bekannte Tatsachen mit Filmmaterial und Aussagen verschiedener Betroffener und Fachleute zu schmücken wurde eigentlich gar nicht gemacht - ungewöhnlich ist lediglich der Fokus auf einen "Nebenkriegsschauplatz", der so nebensächlich wohl gar nicht ist.
Neue Erkenntnisse bringt der Film keineswegs, nur verdeutlicht er die Rolle Stalins am zweiten Weltkrieg und am Holocaust. Gerade dieser Aspekt ist es der die "Soviet Story" so wichtig und sehenswert macht. Zusammenhänge werden deutlich die so in der Geschichte bislang eher untergegangen sind.
Ein Film der nicht nur für Lettland und die ehemaligen UdSSR-Staaten wichtig ist, sondern für Gesamteuropa und alle Geschichtsinteressierten.
(10/10)