Review

Dies sollte weniger ein komplettes Review, als vielmehr einen ausführlichen Kommentar zu >Payback: Straight Up< darstellen, den Director´s Cut, weshalb ich auf die Story nicht weiter eingehen werde - die setze ich hiermit als bekannt voraus.

Gekauft habe ich mir diese DVD, weil ich erfahren habe, dass es sich um die ursprünglich angedachte Kinofassung von Regisseur Helgeland handeln soll, der ja damals bekanntlich von Mad Max Gibson seines Regiestuhls enthoben wurde.
Ebenso hatte ich erfahren, dass die Version "Straight Up" bei Testvorführungen damals besser angekommen sein soll, als das "Original", welches 1999 letztlich den Weg in die Kinos fand.

Nachdem ich mir nun beide Versionen des Films hintereinander angeschaut habe, halte ich das für schlechte gerüchte und komme zu folgendem Schluss:
Gut, dass Helgeland abgesägt wurde !

Negativ fällt sofort der konsequente Verzicht auf den blau-grau-Filter des originals auf, was sich negativ auf die Atmosphäre des Gesehenen auswirkt. Auch der hier und da veränderter Soundtrack will nicht so recht in den dreckigen Film passen und punktet bei mir  somit negativ.
Zudem wirken einige Schnitte unnötig oder deplatziert und die Filmmusik wird an einer Stelle abrupt abgebrochen...  es drängt sich zeitweise das Gefühl auf das hätte ein Filmstudent besser hinbekommen können als Helgeland, denn diese Mängel springen einem förmlich ins Gesicht.

Positiv sind lediglich diverse Szenen vom Finale am und um den Bahnsteig herum zu bemerken, welche man sich auf irgendeine Art im Film von 1999 gewünscht hätte...sowie zusätzliche Szenen mit Antagonist Val.
Andere Szenen aus dem Finale widerum wirken lächerlich und schlecht gedreht (angeschossener Porter torkelt die Treppe runter und erschießt mal eben ohne richtig hinzusehen 3 Mobster in ihrem Auto, die im original noch in einer schönen, dreckigen Szene in die Luft geflogen waren), sowie das peinliche Shootout am Bahnsteig selbst.

Dass Bronson nur eine Stimme aus dem Telefon ist, fällt negativ ins Gewicht, kostet Laufzeit und gute Filmunterhaltung.
Letztlich bereue ich den Kauf nicht, da es eine Bereicherung meiner DVD-Sammlung darstellt. Jedoch wirkt das ganze so, als hätte man es auch unter "alternatives Ende" / "alternative Szenen" auf die Payback-DVD packen können.

Payback: Straight Up ist kein schlechter Film, aber im Vergleich zum Film von 1999 den Gibson selbst zu Ende gedreht hat eben schon - Gibson ist scheinbar einfach der bessere Regisseur, Helgeland dagegen sollte sich auf das schreiben von Drehbüchern konzentrieren und bloß keine Kamera anfassen.

Payback von 99:  10/10
Straight Up: 04/10

Hätte ich Straight Up vor Payback gesehen wäre die Wertung sicher anders ausgefallen, aber im direkten Vergleich stinkt der Director´s Cut doch ganz gewaltig ab.
Sorry, Helgeland, aber deine Regiearbeit (dazu zähle ich auch den Schnitt) wirkt nicht überzeugend gegenüber der von Gibson.

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