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Eine überaus zweifelhafte Methode, um ein Kaufhaus zu überwachen und vor Diebstählen zu schützen, wurde in den Siebzigern in einem New Yorker Shopping-Center praktiziert: Nach Ladenschluss wurden vier, fünf abgerichtete Dobermänner in jeweils einen Bereich verfrachtet und erst am nächsten Morgen wieder eingesammelt.
Für kurze Zeit hat sich das bewährt, bis man auch diverse Nachteile registrierte, wovon ein möglicher in diesem ungewöhnlichen Tierhorrorfilm dargestellt wird.

Im Prinzip ist es ja ein toller Gedanke, allein in einem Kaufhaus eingeschlossen zu sein und die praktischen Möglichkeiten, besonders bei den vielen Spielsachen und Sportgeräten zu nutzen, doch Chuck Brenner (James Brolin) hat ganz andere Sorgen.
Nachdem er von zwei Typen auf Toilette überfallen und ausgeraubt wird, kommt er erst Stunden später wieder zu sich und sieht sich den angriffslustigen Bestien gegenüber.
Derweil machen sich seine Ex und deren Neuer Sorgen, da sich Chuck nicht von seiner Tochter am Flughafen verabschiedet hat und gehen diversen Spuren nach…

Aus der viel versprechenden Prämisse wird leider etwas wenig gemacht. Die Vorstellung, ohne wirkliche Waffen in einem Kaufhaus mit mehreren wilden Hunden festzusitzen ist zwar ein netter Alptraum, doch Hauptfigur Chuck wird von Beginn an zu angeschlagen und wenig erfinderisch dargestellt. Obgleich die Hunde ordentlich dressiert sind und bei verschiedenen Kletteraktionen effektiv gefilmt werden, befindet sich Chuck zu lange auf kriechendem Rückzug, bevor ihm einfällt, dass er sich auch mal wehren könnte.

Die Parallelhandlung bietet demgegenüber nur geringfügige Abwechslung. Das frische Paar wartet am Flughafen, entscheidet sich den Flug zu canceln und diverse Kneipen abzutelefonieren, bis man schließlich bei der Polizei landet, welche widerwillig kleineren Hinweisen nachgeht.
Immerhin wird das Verhalten beider glaubhaft geschildert, so dass das Paar halbwegs sympathisch rüberkommt, zumal Chuck wohl nicht immer der liebevolle Ehemann gewesen sein muss.

Im Kaufhaus herrscht derweil ziemliche Verzweiflung, da zwei Hunde bereits Absperrungen durchbrochen haben und eine Bisswunde am Bein zusätzliche Einschränkungen darstellt.
Zum Glück wird man letztlich doch noch erfinderisch und es kommt Spannung auf, als man sich auf einer Balustrade festschnallen muss und versucht, mit einer Angel an eine Waffe zu gelangen.

Ansonsten wird im Gesamtbild zu wenig Abwechslung geboten, obgleich es nie langweilig wird.
Denn trotz souveräner Mimen und ordentlicher Inszenierung mit erfinderischen Kameraperspektiven halten sich Spannung und vor allem Action stark zurück, während die klaustrophobische Stimmung im leeren Kaufhaus zu selten zündet. Man hat schlicht den Eindruck, dass das Potential, gerade in Bezug auf die effektiv agierenden Hunde, nie voll ausgeschöpft wird.
Dennoch ein passables und kurzweiliges Vergnügen für Freunde oder Verächter unkontrollierbarer Wachhunde…
Knapp
6 von 10

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