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Emily Browning spielt ein junges Mädchen, das aus der Psychiatrie heimkehrt, nachdem sie den tragischen Unfall, bei dem ihre Mutter starb, nicht verkraftet hatte. Wieder zu Hause bei ihrer großen Schwester und ihrem Vater, gespielt von David Strathairn, beschleicht sie schnell der Verdacht, dass dessen neue Lebensgefährtin, gespielt von Elizabeth Banks, für den Tod der Mutter verantwortlich sein könnte. Als dann auch noch deren Geist auftaucht, gibt es für sie und ihre Schwester keinen Zweifel mehr an der Schuld der Frau, die ihren Vater bald heiraten möchte.

Nach wie vor dreht Hollywood zu so ziemlich jedem Horrorfilm, der irgendwann einmal in Asien das Licht der Welt erblickte ein Remake und, dass diese Remakes oftmals auf ganzer Linie versagen, bzw. vollkommen überflüssig sind, ist ebenfalls nichts Neues. Doch "Der Fluch der 2 Schwestern" bildet da zumindest eine kleine Ausnahme und ist sicherlich spannender und unterhaltsamer als die meisten übrigen Genre-Vertreter ausgefallen.

So wissen die Regisseure Charles und Thomas Guard, die hier ihr Spielfilmdebüt abliefern, die Spannung permanent zu steigern. Geschickt bauen die beiden die Exposition auf, in der das Wichtigste erklärt und direkt eine bedrückte, beklemmende Atmosphäre erzeugt wird. Mit dem Beginn des ersten Verdachtsmoments gegen die neue Frau des Vaters steigt die Spannung dann an, die Atmosphäre wird dichter, was auch der starken Elizabeth Banks zu verdanken ist. Dabei sind zwar Horror-Szenen vorhanden, etwa wenn der Geist der Mutter auftritt, die dann auch die Atmosphäre zu verdichten und die Spannung weiter zu steigern wissen, aber auf Blut und Gedärme wird bei diesem erfreulich unblutigen Horror-Thriller zu keinem Zeitpunkt zurückgegriffen.

Während die Kulissen visuell einiges hermachen und man sich auch über den, die Atmosphäre zu jedem Zeitpunkt unterstützenden Score nicht beschweren kann, erweist sich die Wahl des einsam gelegenen Hauses als Schauplatz als sehr gelungen, da sie das Geschehen ebenfalls spannender gestaltet. Die finale Wendung rundet den unterm Strich unterhaltsamen, wenn auch nicht atemberaubend starken Horror-Thriller ab, da sie sehr überraschend daherkommt, sofern das Original nicht bekannt ist, im Laufe des Films ganz gut, aber unauffällig angedeutet wurde und so verhindert, dass "Der Fluch der 2 Schwestern" hoffnungslos in der Masse an Genrefilmen versinkt, denn das hat er nicht unbedingt verdient.

Emily Browning schlägt sich dabei in der Hauptrolle ganz gut, zieht das Mitleid des Zuschauers durchaus auf sich und erfüllt ihre Aufgabe damit, auch wenn sie schauspielerisch nichts wirklich Überragendes zu bieten hat, was auch für Arielle Kebbel in der Rolle ihrer Schwester gilt. Dafür zeigt sich Elizabeth Banks umso besser. Nachdem sie sich vor allem in sympathischen Rollen in diversen Komödien, wie beispielsweise zuletzt in "Zack and Miri make a Porno" einen Namen machte, überzeugt sie hier in ihrem suspekten Charakter auf ganzer Linie und ist damit maßgeblich am Gelingen des Films beteiligt, während David Strathairn in seiner Nebenrolle kaum die Chance geboten bekommt, seine Stärken als Charakterdarsteller auszuspielen.

Fazit:
"Der Fluch der 2 Schwestern" ist über weite Strecken spannend und unterhaltsam, ist handwerklich und darstellerisch alles in allem gelungen und bietet eine überraschende finale Wendung auf. Damit schafft das Remake zumindest den Sprung ins obere Mittelmaß und ist das Ansehen durchaus wert.

65%

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