Mit INSIGNIFICANCE inszenierte Nicolas Roeg eine über weite Strecken harmlos und oberflächlich wirkende Boulevardkomödie über die ausgehende McCarthy-Ära. Eine Einführung in die historischen Hintergründe der sehr offensiv betriebenen Aktivitäten des HUAC (House Comittee on Un-American Activities) und seines Vorsitzenden Joseph McCarthy bleibt im Film leider ausgespart, sodass sich das geneigte Publikum die explosive politische Ausgangslage weitgehend selbst vergegenwärtigen muss, um so etwas wie unterschwellige Spannung oder subversiven Witz wahrzunehmen.Die Schauspielerin Marilyn Monroe befindet sich gerade bei den Dreharbeiten zu „Das verflixte 7. Jahr" in New York, wo es zu der berühmten Szene kommt, bei der ihr über einem U-Bahnschacht das luftige weiße Kleid hochgeblasen wird. Der in Berechnungen vertiefte Albert Einstein bemerkt den Aufruhr vor seinem Hotelfenster und wirft immer wieder einen Blick auf den Drehort. Eigentlich ist er in New York, um an einer Weltfriedenskonferenz teilzunehmen, lässt sich aber die Hotelsuite vom „House Comittee on Un-American Activities" bezahlen. Immer wieder schneit der zu jener Zeit selbst in großen Schwierigkeiten steckende Senator McCarthy ins Hotel, um den großen Physiker zu einer Teilnahme am Untersuchungsausschuss gegen kommunistische Umtriebe zu bewegen. Einstein soll endlich auspacken und Namen nennen.
Währenddessen bekommt Marilyn Monroes Ehegatte, der weltberühmte Baseballstar Joe DiMaggio, beim Anblick der Dreharbeiten zu „Das verflixte 7. Jahr" eine schwere emotionale Krise, da er seine geliebte Frau seit Wochen nicht gesehen hat und sich von ihrem Terminplan zum ordinären Filmfreak degradiert wähnt. Die Monroe erkennt ihn zwar bei der Abfahrt vom Filmset im Rückfenster ihrer Limousine, doch hat sie sich für diesen Abend etwas ganz Besonderes vorgenommen: Plötzlich steht sie mit einem Beutel voll Spielzeug an der Suitentür von Albert Einstein.
Unklar bleibt, woher sie eigentlich Albert Einsteins Aufenthaltsort kennt. Das gehört zu den deutlich erkennbaren Konstruktionsschwächen des Films. Michael Emil in der Rolle des Einstein wirkt etwa 15 Jahre zu jung, während Tony Curtis in der Rolle des Kommunistenjägers McCarthy etwa 15 Jahre zu alt wirkt. Gary Busey als Joe DiMaggio passt mit seinem eher irischen Aussehen ebenfalls nicht recht ins Bild. Auf Marilyn Monroes abendlicher Sightseeing-Tour durch New York sind zudem am Straßenrand auch Fahrzeuge weit jüngeren Baujahrs als 1954 erkennbar. Es folgt eine Mini-Romanze der Monroe mit einem, wie gesagt, etwas zu jung wirkenden Einstein. Plötzlich steht auch Baseballstar Joe DiMaggio vor Einsteins Tür, hält ihn aber zunächst für einen Psychiater. Den nun folgenden Eifersuchtsszenen fehlt jeder Überraschungseffekt. DiMaggio schüttet Einstein sein Herz aus. Wir erfahren eine Menge intimer Details über seine Beziehung zu Marilyn Monroe. Plötzlich einsetzende Unterleibsblutungen der Filmdiva sorgen für ungewöhnlich dramatische Akzente in diesem als „Komödie" ausgewiesenen Schauspiel. Und dann erscheint auch noch Senator McCarthy in Begleitung zweier Mitarbeiter vor Einsteins Domizil...DIE VERFLIXTE NACHT kann ihre Herkunft von der Theaterbühne zu keiner Zeit leugnen. Es überwiegen die Innenaufnahmen und die Handlung erschließt sich vorwiegend über die Dialoge. Es herrscht inszenatorische Biederkeit in einem grell ausgeleuchteten Studioatelier. Dann und wann sorgen biografische Rückblenden aus dem Leben der vier Hauptpersonen für etwas visuelle Abwechslung. Erst die visionäre Schluss-Sequenz holt mit ihrer apokalyptischen Wucht den Film aus seiner handwerklichen Belanglosigkeit. Wäre die Thematik nicht so explosiv, könnte man sich dieses philosophisch angehauchte Lustspiel eigentlich ersparen.