Mark Keller spielt einen LKW-Fahrer, der einen Mann mit Fracht vom Hamburger Hafen nach Casablanca transportieren soll. Nachdem das BKA versucht hatte, ihn zu verhaften, bricht er das Zollsiegel an seiner Ladung auf und muss feststellen, dass ihm eine Gelddruck-Maschine der Bundeszentralbank untergeschoben wurde. Er weigert sich, die Ware auszuliefern und vereinbart ein Treffen mit seinen Auftraggebern. Unterwegs gabelt er einen selbstmordgefährdeten Türken, gespielt von Kaya Yanar, auf.
Zuletzt leistete Prosieben mit seinen Funny Movies einen erheblichen Beitrag zur Massenverdummung und nun leistet auch Sat 1 einen erheblichen Beitrag dazu, dass deutschlandweit vor dem Fernseher eingeschlafen werden kann, denn nach einem anfänglich guten Eindruck kippt der Film immer weiter ab, bis er am Ende nur noch langweilt. Die Exposition wird schnell abgehackt, wenn man die Eröffnungsszenen überhaupt als solche bezeichnen kann und der Film kommt mit einer ganz netten Schießerei direkt zur Sache. Anschließend gabelt Keller, der wie schon bei "Alarm für Cobra 11" eher mittelprächtig spielt, Kaya Yanar auf und das komische Duo um den gehetzten LKW-Fahrer und den, von seiner Freundin verlassenen Türken, der sich nun mit aller Macht selbst töten will und keine Gelegenheit auslässt, kommt direkt zur Sache. Es gibt ein paar witzige Dialoge und einen alles in allem ordentlichen Unterhaltungswert und tatsächlich hat mich der Verdacht beschlichen, dass der Film eigentlich gar nicht mal so schlecht ist, wie man es von Prosieben.Sat1-Media erwartet hätte.
Ein Irrtum! Im Mittelteil beginnt die grausam einfallslose Story immer mehr zu greifen und damit produziert Regisseur Sebastian Vigg, der schon mit "Good Girl, Bad Girl" und "Der Clown" eher Mittelprächtiges inszenierte, immer mehr Leerlauf. Auch die traumhafte Kulisse von Marokko, die direkt Road-Movie-Atmosphäre aufkommen lässt und der coole Road-Movie-Soundtrack können nicht verhindern, dass der Film damit zunehmend langweiliger wird, zumal die Anzahl der Gags im Mittelteil und am Ende empfindlich dezimiert ist. Mitten in diesem überflüssigen Road-Trip befinden sich Mark Keller, der zunehmend so wirkt, als wenn er gleich einschlafen würde und Kaya Yanar, der besser bis zum Rentenalter bei "Was guckst du?!" moderiert hätte, aber noch wesentlich besser aufgelegt ist als Keller.
Zum Ende hin wird der Film dann auch noch kitschig und bleibt in einem dermaßen konventionellen und kalkulierbaren Rahmen, dass wirklich nur noch Langweile geboten wird. Beim Finale gibt es solide inszenierte Action, die aber auch nicht mehr unterhalten kann, da endgültig jedes Interesse am Film verloren gegangen ist. Dann lösen sich die Familienprobleme von Keller und die Selbstmordgedanken von Yanar plötzlich in Luft auf und das naivst mögliche Ende wird zu allem Überfluss noch kitschig und so ist in der letzten halben Stunde nicht mal mehr ein schmunzeln drin. Wie man Sebastian Vigg, der weder sonderlich viele Gags auf die Reihe bekommen, noch solide unterhalten hat die Regie von "Abgrund - Eine Stadt stürzt ein" übertragen konnte ist fraglich.
Fazit:
Prosieben.Sat1-Media hat es mal wieder geschafft: Eine absolut unterdurchschnittliche Komödie, die nach einem ordentlichen Anfang nur noch gepflegte Langeweile bietet und von der ersten bis zur letzten Minute absolut vorhersehbar bleibt. Nicht ansehen!
28%