Review

Inhalt:
Der junge John Watson (Alan Cox) kommt auf eine Schule in London. Hier trifft er den intelligenten und abenteuerlustigen Sherlock Holmes (Nicholas Rowe), mit dem er sich sofort anfreundet. Doch als ein Bekannter von Sherlock Selbstmord begeht, beginnt Sherlock nachzuforschen und stößt dabei auf eine mysteriöse Reihe von Todesfällen. Zusammen mit Watson versucht er die Sache aufzuklären und stößt schließlich auf eine uralte, ägyptische Sekte, welche in London einen grausamen Rachefeldzug führt.

Kritik:
Die Story hört sich ja nach einem 08/15-Abenteuer an, welches man schon X-mal gesehen hat. OK, im Grunde ist sie das auch, aber die Umsetzung der Story ist hier schlichtweg genial. „Das Geheimnis des verborgenen Tempels“ gehört für mich neben den ersten drei „Indiana Jones“-Filmen, eindeutig zu den besten Abenteuer-Streifen aller Zeiten und gehört zu den Filmen meiner Kindheit. Auch Guy Ritchie´s Neuauflage „Sherlock Holmes“ schlägt dieser Film um Längen. Ich muss gleich sagen, dass ich noch nie ein großer Leser bzw. Kenner der Sherlock Holmes-Geschichten war und daher keinerlei Vergleiche in diesem Review machen kann.

Die Story hört sich, wie schon gesagt, nicht allzu spannend und originell an, aber das ist sie auf jeden Fall. Der Film besitzt viele originelle Ideen, z.B. das Töten von Menschen, indem man sie mit Giftpfeilen beschießt, die unheimliche Halluzinationen hervorrufen und denjenigen dann in den Tod treiben. Auch diese „Halluzinationen“ sind spitze gemacht, z.B. ein Glas-Ritter, der aus einem Kirchenfenster „entsteigt“ oder ein gebratener Truthahn, der einen Mann angreift. Hinzu kommt, dass der Film von der ersten bis zur letzten Minute gut unterhält und zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Und wer hier ein Hollywood-typisches Happy End erwartet, der wird ebenfalls eine Überraschung erleben.
Absolut genial in diesem Film sind aber die optischen Effekte: Das alte London wurde wirklich perfekt in Szene gesetzt und wirkt absolut glaubwürdig. Auch die Aufnahmen des Tempels sind gelungen. Hinzu kommt noch eine düstere, unheimliche Friedhofs-Szene, welche in Sachen Atmosphäre so manchen Horrorfilm in den Schatten stellt.
Action gibt es natürlich ebenfalls ein wenig, wenn auch nur sehr begrenzt und eher harmlos. Allerdings steht Action, wie in den „Indiana Jones“ etwa, hier auch nicht im Vordergrund. Die Special Effects sind für einen Film dieses Alters ebenfalls gelungen und wirken auch heute keinesfalls angestaubt.
Außerdem besitzt der Film eine gesunde Portion Humor, welche aber nie zu übertrieben eingesetzt wird oder den Film ins Lächerliche zieht. Der Wechsel zwischen komischen und ernsten Szenen ist also vollkommen gelungen.
Die Darsteller sind ebenfalls alle klasse. Die beiden Jungstars Nicholas Rowe und Alan Cox spielen ihre Rollen wirklich genial und wirken zu keiner Zeit unglaubwürdig. Es ist wirklich schade und fraglich, warum sie nach diesem Film in keinen weiteren nennenswerten Rollen mehr zu sehen waren. Aber auch die Nebendarsteller sind wirklich gut, allen voran Sophie Ward und Anthony Higgins.

Es ist mir bis heute ein Rätsel, warum dieser Film so floppte und unbekannt ist. Womöglich kann es daran liegen, dass er keine Altersgruppe so richtig anspricht: Für Kinder ist der Film eindeutig zu düster und hart (die FSK 12-Freigabe ist auf jeden Fall gerechtfertigt), für Erwachsene wiederum dürfte der Film etwas zu verspielt und kindisch sein. Ein anderer Grund könnte sein, dass der Film damals zu den „Indiana Jones“-Zeiten erschien und deshalb als Abklatsch angesehen wurde, was er aber definitiv nicht ist. Wie dem auch sei: Ich mochte diesen Film in meiner Kindheit sehr und tue es auch noch heute.

Fazit:
Schwer unterhaltsames Abenteuer, das einfach nur Spaß macht. Eine gekonnte Mischung aus Spannung, Action und Humor, wie sie besser hätte nicht sein können. Schade, dass heute nicht mehr solch gute Abenteuerfilme gedreht werden.

10/10

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