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Bei vorliegendem Werk handelt es sich um einen japanischen "Pinku Eiga", einen "Pink Film". Dies sind zumeist einstündige Erotikfilme, welche nach westlichen Standarts als Softcore einzustufen sind. Die Besonderheit dieser Produktionen sind die Vermischung von Kunst- und Erotikfilm, ausgearbeitete Handlungsstränge und teils avantgardistische Tendenzen.

Als eigenständiges, "seriöses" Genre global anerkannt, sollte man nicht den Fehler begehen, diese Filme als Schund, reine Masturbationsvorlage und eben Porno abzustempeln. Die korrekte Rezeption eines Werkes wie Ambiguous verlangt daher auch nach einem Publikum, dessen IQ und soziale Kompetenzen eventuell höher liegen, als dies beim durchschnittlichen Konsumenten des RTL-Nachmittagsprogamms der Fall ist...

Verschiedene Menschen, aus unterschiedlichen Schichten und Lebensentwürfen, finden sich über das  Internet und verabreden ein Treffen. Ein Selbstmordtreffen. Sie können dem Leben nicht aus eigener Kraft entsagen, suchen die Stärke zum entscheidendem Schritt in der Gruppe. Im Laufe der Zusammenkunft entstehen Sympathien, erotische Spannungen. Die spezielle Situation ermöglicht es den Menschen, zusammenfinden, psychisch wie physisch.

Ein ruhiges und berührendes Meisterwerk in seiner Sparte. Natürlich, spröde, unaufgeregt werden diese Leben gezeigt. Realistische Dialoge, realistischer Sex. Die verschiedenen Szenen eingerahmt von einleitenden Aussagen, welche uns tiefer in die Charaktere blicken lassen, ohne sie Ewigkeiten durch die Kamera observieren zu müssen. Ein hervorragender, außergewöhnlicher Film, mit einer fast zu süßen, doch wunderschönen Botschaft. 9/10

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