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Mögen “Die Simpsons” weltweit den höheren Kult-Faktor haben, doch eine Folge der Serie “Family Guy” reicht völlig aus um seine persönlichen Ränke neu zu definieren. Zwar ist der Kosmos von “Family Guy” etwas kleiner als wie beim “großen Bruder“, dreht sich hier doch eigentlich alles nur um die Familie Griffin; das es hier noch dutzend andere Charaktere, eine wirkliche Zeichnung einer Stadt gibt - passe. Lediglich ein paar andere Charaktere wie die Nachbarn oder der Chef von Peter kommen mal öfter vor. Das hat natürlich den Vorteil das man sich so mehr in die Figuren versetzen, noch mehr charakterliche Tiefe erzeugen kann. Dies gelingt ganz gut, wer sie nicht kennt, ich stelle kurz die Familienmitglieder, sechs an der Zahl, vor:

Da wäre einmal Peter Griffin, ein beleibter Durchschnittsamerikaner - Karriere vom Handtuchhalter zum Qualitäts-Kontrolleur eines Fließbandes einer Spielzeugfabrik. Hobbys: Bier und TV. Das man so keine intellektuellen Sprünge machen kann sollte klar sein, er tritt auch geradezu in jedes Fettnäpfchen. Doch seine liebevolle Frau verzeiht ihm das, auch das sie wegen ihm auf ihr Millionenerbe verzichtet hat und ein eher bescheidenes Mittelstandsleben führt. Charakterlich lieb, vielleicht etwas zu lieb, sieht sie doch nur das gute im Menschen und rafft es vor allem nie das ihr Sprössling - Baby Stewie - ihr andauernd nach dem Leben trachtet. Der mit englischem Akzent sprechende Filius ist für sein Alter extrem weit, trachtet neben dem Leben seiner Mutter nach der Weltherrschaft und ist ein ziemlicher Aggressor. Dazu im krassen Gegensatz der ruhige Familienhund Brian - Philosoph & Sprücheklopfer der trockensten Art, zudem ist sein Alkoholkonsum noch weitaus höher als der von Peter. Bleiben noch zwei: Tochter Meg, alles dramatisierend, immer “in” sein wollend, typischer weiblicher Teenager . Aber der geschwisterlich noch intelligentere Part zu ihrem nur unwesentlich jüngeren Bruder Chris. Dieser steht seinem Vater in Fettleibigkeit, Fress- und Sehverhalten in nichts nach…

Um wieder mit “Die Simpsons” Vergleiche zu ziehen - diese Familie ist schon weitaus abgedrehter und birgt so mehr Platz für ausufernden Humor; jeder hat so seine Macken die hervorragend herausgearbeitet sind und jeder ist für sich wo ein Sympathieträger, wenn auch der "Knuddel-Faktor" nicht so hoch wie bei "Die Simpsons" ist. Die Geschichten um die Familie Griffin sind zwar bisweilen leicht haarsträubend, jedoch realistischer - das Geschehen auf eine sehr ironische Weise einfangend, teilweise ist der Humor unbeschreibbar. Schwarz wie die Nacht, zynisch, grotesk, herrlich - richtet sich also auch mehr an ein erwachsenes Publikum das keine Scheu vor Respektlosigkeit vor Religion, Politik, Werten und Moral hat - denn all dies wird teilweise mit Füßen getreten. Absolutes Highlight ist das viel eingeschobene Stilmittel Szenen der Vergangenheit zu beleuchten, kurze, knackige Schübe die zum Teil den grandiosen Sprachwitz visualisieren. Zeichnerisch in etwa im “Die Simpsons” Stil, vielleicht nicht so knallig wirkend auf Grund der “realistischen” Figuren. Amerikaner werden jedoch einen Tick mehr mit der Serie anfangen können, wird jedoch viel Geschichte und amerikanisches Leben persifliert, so fehlt einem leider manchmal etwas Background.

Wie gesagt für mich DIE Entdeckung dieses Jahr an TV-Serien aus dem Zeichentrick-Bereich, am besten selber mal ein Bild machen. Leider läuft die Serie nur 1 x die Woche, auch ist die deutsche Synchronisation gelinde gesagt “fürn Arsch”. Bitte im O-Ton mit Untertiteln schauen! Die unzähligen 9/10 // 10/10 - Wertungen in der OFDB sprechen für sich, kann ich nur bestätigen! Absolute Empfehlung!

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