„Family Guy" ist eine typische Serie, die Ende der 90er im Fahrwasser von anderen Animationserfolgen wie den allgegenwärtigen Simpsons oder „Beavis & Butthead" mitschwimmen wollte. Erstaunlich ist, dass das offensichtlich sogar gelang. Besonders erstaunlich, weil die Qualität überhaupt nicht dem Erfolg entspricht...
Die Macher sind zwar sichtlich bemüht dem Zuschauer viele Witze zu präsentieren, doch zum Lachen ist das ganze leider überhaupt nicht. Die Gags sind einfach nur dumm, hirnlos und bringen höchstens ein bis zwei Schmunzler pro Folge. Eine total platte Sendung mit schlechten Witzen, meistens peinliche Furz-, Kotz- oder andere Ekelgags aus der untersten Schublade. Dass Geschmacklosigkeit auch witzig sein kann, zeigt „South Park" des öfteren, obwohl selbst dort auch vereinzelt miese Ideen zu finden sind, doch „Family Guy" bringt einem beim Zuschauen dazu, sich selbst dafür zu schämen! Nur lahme Zoten und idiotische Einfälle werden hier vom Stapel gelassen. Ich bin keine Person, die sich über „Niveau" viele Gedanken macht; wichtig ist für mich, dass ich lachen kann, doch diese Trickserie hat rekordverdächtig viele Rohrkrepierer zu bieten. Ich behaupte einfach mal, dass mehr als 80% der Gags misslingen. Besonders die immer wiederkehrenden „Späße" um Stewie, dem hasserfüllten Baby, dass gerne die Weltherrschaft übernehmen will, aber von den anderen nur als harmloser Säugling wahrgenommen wird, werden ständig wiederholt und bis zum äußersten Maximum ausgereizt, sind allerdings schon von Anfang an schmerzhaft unlustig. Häufig haben die Witze keinerlei Bezug zur Handlung, was etwas plump ist, aber nicht weiter schlimm. Schlimm ist lediglich, dass sie nicht zünden.
Die Charaktere sind mehr oder weniger uninteressant, fallen bis auf Stewie ansonsten jedoch nicht besonders negativ oder positiv auf. Im Vordergrund steht die amerikanische Familie Griffin, allen voran der fette und blöde Vater Peter, dem auch der passende Serientitel gewidmet ist. Die Storys sind im Rahmen des bewusst blöden Inhalts ganz in Ordnung und die Themen, die dabei behandelt werden sind ebenfalls nicht schlecht, auch wenn der Humor wie oben bereits erwähnt, für die Mülltonne ist. Man bedient sich hier regelmäßig bei den Simpsons, was sehr arm, aber gar nicht mal so tragisch ist, da sie denen ohnehin in keiner Beziehung das Wasser reichen können.
Möglicherweise haben die Jungs von South Park ja Recht und die Drehbücher dieser Sendung werden von Seekühen entworfen. Vielleicht fehlt es Schöpfer Seth McFarlane aber auch schlichtweg an Humor. „Family Guy" ist Simpsons für Dumme. Zu gute halten kann ich der Trickserie nur, dass einiges in englischer Original-Synchro offenbar ein bisschen besser und vieles eben geschmacksabhängig ist. Kann man mögen, muss man aber nicht.